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Abtauchen in die Anfänge

Auf den Spuren der Geschichte des Entringer Freibads

Am Samstag hatten die Besucher des Entringer Freibads beim Familiennachmittag die seltene Gelegenheit, trockenen Fußes unter das Schwimmbecken zu steigen.

30.07.2012
  • Madeleine Wegner

Entringen. Bademeisterin Lisa Blessing und ihre Kollegin Eva Rommel haben aus der Not eine Tugend gemacht: Beim Aufbau für die alljährliche Party „3 Clubs im Freibad“ liefen am Samstag schon tagsüber die Vorbereitungen – Zelte wurden aufgebaut und Bauzäune trennten bereits einen Teil der Liegewiesen ab. Deshalb hatten die beiden jungen Frauen die Idee, daraus einen Nachmittag für Familien zu machen – bei freiem Eintritt und mit einem abwechslungsreichen Programm.

Ganz besondere Einblicke konnten die Besucher am Nachmittag bei der Führung gewinnen: Zusammen mit Eva Rommel ging es einen engen Schacht am Schwimmerbeckenrand hinab. Nur ein paar Sprossen der Metallleiter führten in die Vergangenheit des Entringer Freibads. Denn bei dem großen Umbau in den Jahren 1976 und 1977 wurde das Schwimmerbecken nicht gänzlich neu, sondern auf das alte Becken drauf gebaut.

Das 1936 erbaute Entringer Freibad zählt zu den ältesten im Landkreis. Beim Bau des Freibads mussten die Ammerbucher selbst anpacken – und das unentgeltlich: Ein Mann pro Familie musste einen Tag lang helfen, die Grube für das Schwimmbecken auszuheben.

Feucht-warme Luft steht in dem schmalen unterirdischen Gang von nur 1,50 Metern Höhe. Licht fällt nur durch den geöffneten Schachtdeckel ein. Gebückt müssen sich die Besucher vorsichtig die ersten Meter vorwärtstasten. Die Rohre, die an den Wänden entlanglaufen, fangen das Wasser aus dem Überlauf des Schwimmbeckens auf. Der Gang führt um eine Ecke. Blasstürkiser Lack blättert an der langen Seitenwand ab: Das sind die hier unter der Erde noch sichtbaren Reste des 76 Jahre alten, ursprünglichen Schwimmbeckens. Der weniger als einen Meter breite Gang fällt immer weiter ab und führt so 3,90 Meter tief unter die Erde. So, wie das Schwimmbecken früher ebenfalls tiefer wurde. Am Ende des dunklen Gangs gibt es ein großes Ventil: Im Herbst wird es aufgedreht, um das Wasser aus dem Becken abzulassen. Zwei Tage dauert es, bis das Becken leer ist.

Neben dieser spannenden Führung gab es am Samstagnachmittag vor allem für die kleinen Besucher verschiedene Wasserspiele und eine Wasserrettungsübung mit viel Theaterblut. Wie viele Treppenstufen gibt es im Freibad? Und wann wurde es gebaut? Wer diese und andere Fragen beantworten konnte, hatte gute Chancen, beim Quiz eine Zehner-Karte für das Freibad zu gewinnen. Der Fantasie konnte man hingegen beim Zeichnen des Logos freien Lauf lassen. Noch bis zum letzten Badetag in diesem Jahr können weitere Vorschläge für das zukünftige Freibad-Logo eingereicht werden. Der Gewinner erhält eine Saison-Karte.

Auf den Spuren der Geschichte des Entringer Freibads
Mit Eva Rommel ging es am Samstag im Freibad Entringen unter das Schwimmbecken fast vier Meter hinab.Bild: Wegner

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30.07.2012, 12:00 Uhr

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