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„Auf eine Stadionwurst mit …“: Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Karl Gaus
Karl Gaus heute als 78-Jähriger.
Eine steile Karriere endet 2001

„Auf eine Stadionwurst mit …“: Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Karl Gaus

Der Empfinger Karl Gaus hat in seiner Schiedsrichterkarriere sehr viel erreicht und auch erlebt. Der heute 78-Jährige war bei der Meisterschaftsfeier der Gladbacher Fohlen in den 1970er-Jahren mit dabei. Sein sportlicher Höhepunkt ist aber ein anderer: 1978 leitete er als Linienrichter das Europapokalendspiel zwischen Austria Wien und RSC Anderlecht im Pariser Prinzenparkstadion mit.

13.06.2015
  • Sascha Eggebrecht

Empfingen.Ehe der Empfinger Karl Gaus die Pfeife in den Mund nahm, trug er im Jahr 1954 auch das Fußball-Trikot der SG Empfingen in der Bezirksliga. „Ich spielte auf der Rechtsaußenposition“, erinnert sich Gaus zurück. Es sollte ein kurzes Vergnügen bleiben. Zum einen wollte sein Vater nicht, dass er Fußball spielt und zum anderen sah er in der Schiedsrichterei eine größere Chance, weiter nach oben zu kommen. „Wenn ich zum Spiel wollte, musste ich immer meine Sporttasche hinter dem Haus verstecken, damit mein Vater es nicht mitbekam. Da ich ziemlich schmächtig war, hatte er immer Angst um meine Gesundheit“, erklärt Gaus. Letztendlich kann er aus heutiger Sicht nur seinem Vater danken, denn als Spieler hätte Karl Gaus sicherlich nicht so viel erreicht wie als Schiedsrichter.

1955 machte er seine Prüfung zum Schiedsrichter. Danach begann eine steile Karriere. Schon 1958 schaffte er, erst 22 Jahre alt, den Aufstieg in die 2. Amateurliga. Es folgte der Sprung in die 1. Amateurliga und die Krönung, der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. „Damit war mir auch sicher, dass ich Spiele in der 1. Bundesliga als Linienrichter mitleiten durfte“, sagt Gaus, der sich noch ganz genau an seinen ersten Einsatz in der 2. Bundesliga erinnert. „Es war im August 1974. Waldhof Mannheim spielte gegen Fürth und ich war verdammt aufgeregt“, sagt er. Diese legte sich dann im Laufe des Spiels, weil er die Partie souverän leitete. Der Höhepunkt seiner Laufbahn war dann das Europapokalendspiel zwischen Wien und Anderlecht 1978 im Pariser Prinzenpark. „Aber auch die Meisterfeier mit den Gladbachern Spielern in den 1970er Jahren werde ich nie vergessen. So etwas kann man heute als Schiedsrichter ja gar nicht mehr miterleben“, sagt Gaus.

2001 beendet der Empfinger nach 1715 Spielleitungen seine Karriere und geht heute immer noch gern zu den Schiedsrichterschulungen.

Wie ist aktuell der Kontakt zu Ihrem Heimatverein SG Empfingen?

Ich besuche hin und wieder mal ein Spiel der SG Empfingen in der Bezirksliga. Ich freue mich über jeden Sieg der Mannschaft.

Verfolgen Sie auch noch, was rund um den Fußball alles so läuft?

Natürlich. Ich bin ein begeisterter Fußballfan. Ich interessiere mich für alle Spiele von der Bundesliga bis runter auf die Bezirksebene.

Was war Ihr sportlich größter Erfolg?

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga als Schiedsrichter.

Was sind Ihre schönsten sportlichen Erinnerungen an die gute, alte Zeit?

Früher war das Zusammensein mit den Spielern noch möglich. So war ich mit den anderen Schiedsrichtern auch beim Meisterschaftsbankett der Gladbacher in den 1970er Jahren mit dabei, als der ehemalige DFB-Präsident Hermann Neuberger die Festrede gehalten hatte.

Was ist Ihre schlimmste sportliche Erinnerung?

Das Hessenderby 1979 in der 2. Bundesliga zwischen Offenbach und Baunatal. Da hatte ich nicht meinen besten Tag und einige Fehlentscheidungen getroffen.

Was war Ihr schönstes Auslandserlebnis?

Ganz klar, das Europapokalendspiel in Paris.

Und wo gibt es die beste Stadionwurst? Bei der TSG Balingen!

„Auf eine Stadionwurst mit …“: Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Karl Gaus

„Auf eine Stadionwurst mit …“: Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Karl Gaus
Der Empfinger Karl Gaus bei der Seitenwahl der beiden Zweitligamannschaften Waldhof Mannheim und Spvgg Fürth. Für den Schiedsrichter war der 24. August 1974 ein besonderer Tag, denn es war sein erster Einsatz in dieser hohen Liga.

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13.06.2015, 12:00 Uhr

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