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„Auf eine Stadionwurst mit ...“: WFV-Pokalsieger Harald Kläger
Harald Kläger ist heute 61 Jahre alt.
Der heimatverbundene Typ

„Auf eine Stadionwurst mit ...“: WFV-Pokalsieger Harald Kläger

Der Pokalsieg von 1975 ist nach wie vor der größte sportliche Erfolg des Spvgg Freudenstadt. Ein Datum, an das man sich erinnert. Fußballer Harald Kläger war damals als gerade mal 20-Jähriger mit von der Partie, wenn auch nur kurz. Noch heute wird er manchmal darauf angesprochen – so auch von der SÜDWEST PRESSE in „auf eine Stadionwurst mit … “

14.11.2015
  • peter strigl

Als „herausragenden Erfolg“ Freudenstadts bezeichnet Harald Kläger, meistens einfach „Harry“ genannt, den WFV-Pokalsieg. Eine Leistung, an der sich der Verein heute messen lassen muss. Es war Harald Klägers viertes Jahr bei den Aktiven und man spielte in der ersten Amateurliga, damals die dritthöchste Liga in Deutschland.

Neben „Harry“ war Klägers damaliger Spitzname „Kopfballungeheuer“, wegen seiner ungeheuren Sprungkraft. Er traf auch auf dem Weg ins WFV-Pokalfinale zweimal – im Endspiel selbst, musste er jedoch die meiste Zeit zugucken. „Ich weiß bis heute nicht warum“, sagt der mittlerweile 61-Jährige. Kürzlich traf sich die alte Mannschaft zum 40. Jahrestag des Sieges. Da habe sein alter Trainer Werner Bickelhaupt ihm eine Tafel Schokolade überreicht, mit den Worten: „Du bist doch hoffentlich nicht nachtragend Harry …“. Nachtragend sei er keineswegs sagt Kläger, den Grund, habe aber auch er nicht mehr gewusst.

Es sei schön gewesen, viele der alten Kameraden wiederzutreffen, da man sich ansonsten nicht mehr so oft sehe. „Nach diesem Erfolg damals ist die Mannschaft auseinandergefallen“, erinnert sich Kläger. Viele der Spieler erhielten Angebote von anderen Mannschaften, ihn eingeschlossen. Nach einem Probetraining beim VfB und einem Jahr beim gleichklassig spielenden FV Ebingen 07 kehrte er jedoch in seine Geburtsstadt zurück: „Ich bin eben doch ein heimatverbundener Typ.“ Bei der „Legionärstruppe“ des FV Ebingen habe er keinen Spaß gehabt.

Der Spielvereinigung blieb er dann auch bis zu seinem frühen Karriereende treu – ein Lungenriss und ein Splitterbruch am Unterarm zwangen ihn zum Aufhören.

Kaum durchgestanden stürzte Harald Kläger sich in die Vereinsarbeit im Vorstand des Spvgg, 1992 holte er den FC Bayern München zu einem Benefizspiel nach Freudenstadt: „Ich war oft bei den Spielen und kannte Uli Hoeneß“, sagt der bekennende Fan.

Außerdem übernahm er das „Gasthaus zum Tobel“, welches er 15 Jahre lang bewirtschaftete. Auch das trug zu seinem hohen Bekanntheitsgrad in Freudenstadt bei. Beendet wurde diese Episode durch ein Angebot der Stuttgarter Kickers: Harald Kläger sollte die Bewirtung der Stadiongaststätte im Waldaustadion übernehmen, erst nach deren Abstieg, kehrte er nach Freudenstadt zurück, wo er seitdem die Cafeteria im Berufschulzentrum leitet. Nebenher hat er eine Eventagentur, die unter anderem Wanderungen organisiert.

Name: Harald „Harry“ Kläger Geboren: 24. Juli 1954 Wohnort: Freudenstadt

Vereine: Spvgg Freudenstadt, FV Ebingen 07

Position: Mittelstürmer, später auch Vorstopper

Wie verfolgen Sie als Urgestein ihren Heimatklub?

Ich bin nicht mehr so oft auf dem Platz, ansonsten interessiert mich aber schon, was passiert. Ich gehe auch nach wie vor zu den Versammlungen, auch wenn ich nicht mehr im Vorstand bin.

Was war ihr größter sportlicher Erfolg?

Das war zweifelsohne der Pokalgewinn 1975.

Wie sind sie mit dem Sport heute verbunden?

An und für sich gar nicht, nur noch auf der organisatorischen Ebene.

Was sind Ihre schönsten Erinnerungen an die gute, alte Zeit?

Da spielt die Gesellschaft und Freundschaft natürlich schon eine große Rolle. Aber auch die zwei DFB-Pokalspiele für die wir uns durch den WFV-Pokalsieg qualifiziert hatten, waren toll. Einmal haben wir gegen Braunschweig zuhause vor 10 000 Zuschauern gespielt – haben dann allerdings 0:7 verloren. Das andere mal war gegen den FSV Frankfurt, in Frankfurt. Da ging es mit 1:4 eigentlich noch glimpflich für uns aus.

Was ist die schlimmste sportliche Erinnerung?

Das waren schon die zwei Verletzungen, wegen denen ich meine Karriere dann beenden musste.

Wer war Ihr härtester Gegner?

Eindeutig der Verteidiger von Braunschweig, Merkhoffer. Bei dem war kein Durchkommen.

Treiben Sie noch oft Sport? Was? Wie oft? Mit wem?

Ich fahre Ski und gehe viel wandern.

Was tun sie sonst in Ihrem Leben?

Wir haben noch den Minigolfplatz gepachtet. Von März bis Oktober wird dieser von Angestellten von uns bewirtet.

Wo gibt es die beste Stadionwurst?

Früher bei den Kickers als ich noch dort war. Es kam sogar mal ein Bericht darüber in der Stuttgarter Zeitung. Die haben unser Stadion mit dem Neckarstadion verglichen und unsere Wurst hat dabei besser abgeschnitten. Eine Stadionwurst ist auch heute immer noch ein Muss.

Verfolgen Sie den Sport lieber live im Fernsehen oder vor Ort auf dem Sportplatz?

Die meiste Zeit verfolge ich es im Fernsehen, so ein Spiel wie Bayern gegen Arsenal ist für mich Pflicht. Ein Stadionbesuch ist auch immer mit viel Aufwand verbunden.

„Auf eine Stadionwurst mit ...“: WFV-Pokalsieger Harald Kläger
War ein echtes „Kopfballungeheuer“: der Freudenstädter Harald Kläger. Archivbild: Kuball

„Auf eine Stadionwurst mit ...“: WFV-Pokalsieger Harald Kläger

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14.11.2015, 12:00 Uhr

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