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Auf zum „Himmlischen Palast“
Prächtiges Bild: Die Shenzhou 11 beim Start in Jiuquan im Nordwesten Chinas. Foto: dpa
Wolfsburg

Auf zum „Himmlischen Palast“

China schickt zwei Taikonauten ins All. Sie sollen 30 Tage in einem Weltraumlabor verbringen und unter anderem den Anbau von Reis testen.

18.10.2016
  • AFP

Peking. Bilderbuchstart in der Wüste Gobi: Zwei Taikonauten sind zum bislang längsten Weltraum-Aufenthalt in Chinas Raumfahrtgeschichte gestartet. Die Raumfahrer Jing Haipeng und Chen Dong hoben am Montag in einer „Shenzhou-11“-Rakete von der Satellitenstartrampe Jiuquan ab. Nach 48 Stunden sollen sie das Raumlabor „Tiangong-2“ erreichen, das seit September um die Erde kreist.

Die beiden Männer sollen nach ihrer Ankunft am Mittwoch 30 Tage in dem Raumlabor bleiben – die bisher längste Zeit für chinesische Astronauten im All. Jing, der bereits zwei Mal im Weltraum war, leitet die Mission und wird seinen 50. Geburtstag im Orbit feiern. Gemeinsam mit Chen soll er Experimente zu Reparaturarbeiten im All und naturwissenschaftliche Versuche unternehmen.

„Obwohl der Job fordernd, riskant und gefährlich ist, gibt es nichts, was ich lieber tun würde“, sagte Jing vor dem Start. Der jüngere der beiden, der 37-jährige Chen, darf mit seinem einstigen Idol ins All: „Ich sah Jing immer im Fernsehen. Er kam mir so weit weg vor“, bekannte er. „Aber als ich ihn persönlich kennenlernte, waren meine Sorgen und Ängste verschwunden.“

Ruf nach der Raumfahrtmacht

Präsident Xi Jinping schickte ein Glückwunschschreiben an die Raumfahrtmission, in der er sie aufrief, noch „größere Schritte“ im All zu unternehmen, um China zur „Raumfahrtmacht“ zu machen.

Das Labor „Tiangong-2“, was übersetzt „Himmlischer Palast“ bedeutet, schwebt 393 Kilometer über der Erde. Es besteht aus zwei Kabinen: ein Versuchslabor, das auch als Büro und Schlafzimmer dient, und einem Lager. Die Taikonauten, wie Astronauten in China heißen, sollen unter anderem ihre eigene Schwerelosigkeit testen, Reis anbauen und Atom-Weltraumuhren testen, die zur Verbesserung der Präzision mit einer Lasertechnik gekühlt werden.

Die Raumfahrer haben jeden Abend zwei Stunden frei, um Filme zu schauen, Musik zu hören und Videoanrufe bei ihrer Familie zu machen. Wu Ping vom chinesischen Raumfahrtprogramm sagte, den Taikonauten stünden „mehr als hundert Sorten Essen und Getränke“ zur Verfügung. Außerdem gebe es in dem Raumlabor ein Laufband und ein Fitnessfahrrad.

Um gegenüber den USA und Europa aufzuholen, steckt China Milliarden in das vom Militär kontrollierte Raumfahrtprojekt. Ziel ist es, bis 2022 eine eigene bemannte Raumstation aufzubauen. Russland, das an der ISS beteiligt ist, strebt bis 2023 eine eigene Raumstation an. China will überdies etwa im Jahr 2020 ein Raumschiff zum Mars schicken, um ihn zu erforschen. Außerdem arbeitet Peking daran, einen Taikonauten zum Mond zu schicken. afp

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18.10.2016, 06:00 Uhr

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