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SPD

Aufgalopp der Kandidaten

Kurz vor dem Ende der Frist füllt sich das Feld der Bewerber für den Parteivorsitz. Auch Hilde Mattheis steigt ins Rennen ein.

19.08.2019

Von MATHIAS PUDDIG UND MATTHIAS STELZER

Frankfurt/Main. Davon, dass sie die Kandidatur zurückziehen, kann keine Rede sein. „Das war ja keine Mach-ich-mal-schnell-Überlegung“, sagt Petra Köpping. Und auch ihr Duo-Partner Boris Pistorius versichert: „Das kommt nicht in Frage.“ Und doch zeigt allein die Frage, dass in der SPD seit Freitag etwas in Bewegung gekommen ist. Wurde vorher noch beklagt, dass sich niemand den Chefposten zutraut, ist das Bewerberfeld nun dichter geworden. Vor allem aus der Parteilinken haben zahlreiche Genossen ihre Hände gehoben.

Als neuestes Duo haben nun die Parteilinke Hilde Mattheis und der Verdi-Ökonom Dierk Hirschel ihre Kandidatur öffentlich gemacht. Bei einem Treffen des „Forums Demokratische Linke 21“ (DL21) stellten Mattheis und Hirschel ihre Ideen für die Zukunft der SPD vor. Später sagte die Ulmer Bundestagsabgeordnete dieser Zeitung: „Der nötige Erneuerungsprozess der SPD kann nicht in der Großen Koalition gelingen. Dass das nicht funktioniert, sehen wir ja gerade.“ Zusammen mit ihrem Kollegen, dessen Vor- und Nachnamen sie am Sonntagnachmittag falsch getwittert hatte, stehe sie für ein „linkes Angebot“. Inhaltlich orientiere sich das Duo an den 13 DL21-Forderungen zum sozial-ökologischen Umbau der Partei.

Findung dauert bis Weihnachten

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping sollen in dieser Woche von ihrem Landesverband nominiert werden. Das kündigte Martin Dulig, Chef der Sachsen-SPD, an. Köpping und Pistorius, die eher den Pragmatikern in der Partei zugerechnet werden, setzen bei ihrer Kandidatur auf Zuversicht. „Mensch, da kann man was draus machen“, beschreibt Köpping den Zustand der SPD. Inhaltlich setzt das Duo auf Zusammenhalt und Sicherheit. „Ich glaube, dass die SPD die einzige Partei ist, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt wieder herstellen kann“, sagt Köpping. Pistorius ergänzt: „Die Menschen haben ein Bedürfnis, sicher und gut zu leben. Dem müssen wir uns stellen.“

Ein anderes Duo stellt solche Fragen gar nicht mehr. Simone Lange und Alexander Ahrens, die sich am Tag zuvor in Leipzig vorgestellt haben, wollen zur Halbzeit im Herbst raus aus der Groko – und der Partei Mut machen. Die SPD hat das Potenzial, wieder 40 Prozent der Wähler zu gewinnen“, sagte Lange. Doch das sei ein Langstreckenlauf.

Der Findungsprozess wird noch bis kurz vor Weihnachten andauern. Boris Pistorius schreckt das nicht. „Ich kann gut und hart und viel arbeiten“, sagt er. Mathias Puddig und Matthias Stelzer

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Erstellt:
19. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 06:00 Uhr

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