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Ist die Krise doch noch zu meistern?

Auflösung des Schwarzwaldvereins Loßburg geht in zweite Runde: Nächste Versammlung am 12. Dezember

Noch existiert die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Loßburg-Rodt: Zur außerordentlichen Versammlung am Samstag kamen nicht genügend Mitglieder, um die Auflösung zu beschließen. Der Vorstand indes hofft auf einen Weiterbestand.

16.11.2015
  • Petra Haubold

Loßburg. Um über die geplante Auflösung der Ortsgruppe abzustimmen, hätten laut Satzung die Hälfte der 142 Mitglieder anwesend sein müssen, also 121. Da half es auch nicht weiter, dass sich immerhin 41 Mitglieder im Hotel „Hirsch“ eingefunden hatten. Der Loßburger Schwarzwaldverein besteht also fort. Vorerst. Seine Tage scheinen nach wie vor gezählt.

Am 12. Dezember gibt‘s eine weitere Mitgliederversammlung, und dann ist die Anzahl der Anwesenden nicht mehr wichtig. „75 Prozent der anwesenden Mitglieder müssen entweder für oder gegen die Auflösung sein“, informierte Rechtsanwalt Gunter Eberhardt das Gremium. Wer für den Weiterbestand stimmt, muss allerdings drei Vorsitzende benennen können. Wie berichtet, hatte sich der Vorstand für die Auflösung des Vereins ausgesprochen, weil bei der Hauptversammlung im März mehrere Vorstandsposten nicht mehr besetzt werden konnten. Die Teilnehmerzahlen bei den Veranstaltungen hätten stark abgenommen.

Die Vorstandschaft habe es sich aber nicht leicht gemacht, zitierte Rechner Karl-Heinz Kopp aus einem an die Versammlung gerichteten Brief des abwesenden Vorsitzenden Rudolf Schnell. Ein zunächst in Erwägung gezogenes „Ruhen lassen“ sei nur ein weiteres Hinauszögern und zudem recht unfair gegenüber den Mitgliedern, die ja Beiträge bezahlen und dann nichts davon hätten, führte der Kassenwart weiter aus. Mehrfach hatten Kopp und seine Mitstreiter versucht, eine Fusion mit benachbarten Ortsgruppen einzugehen, doch ohne Erfolg.

Unterstützung erhielten die Loßburger von der Bezirksvorsitzenden Marlies Morlok und von Werner Hillmann, Vizepräsident des Schwarzwaldvereins. Letzterer nutzte in den vergangenen Wochen „die Möglichkeit, auch mal auf Leute zuzugehen, die bisher mit dem Schwarzwaldverein wenig zu tun hatten“, sagte Hillmann. Zusammen mit Bürgermeister Christoph Enderle habe er hier neue Wege gesucht, um den Verein mit einem „Notvorstand“ weiterhin am Leben zu erhalten.

In vielen Ortsgruppen herrsche die gleiche Situation. In den kommenden vier Wochen wolle man „noch einmal den Faktor Zeit nutzen und intensiv auf die Suche gehen“, wünschte sich der Vizepräsident. Das sei in anderen Vereinen auch schon gelungen. Seine Vision sei es, mit einer dreiköpfigen „Kernmannschaft“ als Vorstand einen Wiederaufbau zu schaffen. Wenn sich aus den eigenen Reihen keine Verantwortlichen finden ließen, müsse eben extern gesucht werden, forderte er.

Das für eine Auflösung nötige juristische Verfahren stellte Gunter Eberhardt vor: „Nach der Auflösung, die zum Jahresende erfolgen muss, wird die Liquidationsphase eingeleitet“. Welches Vermögen vorhanden ist, hatte im Vorfeld Karl-Heinz Kopp ermittelt. Neben dem Vogteiturm und einem Sparbuch mit Rücklagen für den Turm, gebe es noch die überlieferten „Loßburger Hefte“, sowie Fahnen, Wimpel und ein Zelt. Was historisch bedeutsam sei, solle ins Gemeindearchiv kommen, bei einer Auflösung gehe das Vereinsvermögen sowieso an die Gemeinde, sagte Kopp.

Auf mehr als 100 Jahre kann die rührige Ortsgruppe zurückblicken. Es sei einfach schade, wenn sich einer der ältesten Vereine in der Gemeinde auflösen muss, betonte auch der Bürgermeister. Er setze jetzt auf die vierwöchige „Galgenfrist“, um doch noch drei Personen zu finden, die die nötigen Vorstandsposten bekleiden. Vizevorsitzender Matthias Kober dankte dem 78-jährigen Karl-Heinz Kopp, der in den letzten Wochen die ganze Organisation schultern musste.

Auflösung des Schwarzwaldvereins Loßburg geht in zweite Runde: Nächste Versammlung am 12.
Die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Loßburg-Rodt mit Vizevorsitzendem Matthias Kober (links) und Rechner Karl-Keinz Kopp (Dritter von links) braucht dringend frisches Blut. Sonst droht die Vereinsauflösung. Über die Regularien informierte Gunter Eberhardt (Zweiter von links). Unterstützung bei der Suche nach Vorstandsmitgliedern sichern Bezirksvorsitzende Marlies Morlok, Bürgermeister Christoph Enderle und Werner Hillmann Vizepräsident des Schwarzwaldvereins (rechts daneben) zu.Bild: pez

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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