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Großalarm an Schule

Aufregung um Drogenabhängigen mit Spielzeugpistole in Heidenheim

Gegen 13 Uhr geht der Alarm ein: Bewaffneter an einer Heidenheimer Schule. Die Polizei rückt mit Spezialkräften an. Gefasst wird schließlich ein Mann auf Drogen, der mit einer Spielzeugpistole herumläuft.

18.11.2015
  • ERWIN BACHMANN

Heidenheim Auf einen Schlag war gestern in der Heidenheimer Weststadt der Alltag auf den Kopf gestellt. In der Technischen Schule an der Clichystraße wird Amok-Alarm ausgelöst. Zeugen hatten gemeldet, dass sie nahe der Schule einen bewaffneten Mann gesehen hatten. Sie fürchteten um die Sicherheit, auch an der Schule, zumal nicht auszuschließen war, dass der Mann das Gebäude betreten hatte.

Genau diese Beobachtung bringt die Ereignisse ins Rollen: Der weitläufige Gebäudekomplex wird evakuiert, 1400 Schüler gehen geordnet, offenbar ohne Panik, ins Freie, sammeln sich in großen Gruppen in der Umgebung der Schule.

Zu diesem Zeitpunkt ist schon ein Großaufgebot an Polizei in Marsch gesetzt worden. Erste Kräfte des Polizeireviers Heidenheim treffen ein, sichern Eingänge, mit der Ankunft der aus allen Himmelsrichtungen herbeigerufenen Verstärkung wird das Schulgebäude Zug um Zug umstellt - rasch sind Uniformierte aus Ulm da, immer wieder stoßen schwer bewaffnete Kollegen mobiler Einsatzkommandos hinzu. Über der Weststadt kreist ein Polizeihubschrauber, um die Schule dürften 100 bis 200 Einsatzkräfte versammelt sein.

Die Schüler im Freien werden in die nicht weit entfernte Karl-Rau-Halle dirigiert. Dort wird eine von DRK und Polizei bewachte Sammelstelle eingerichtet, an der sich auch Schüler benachbarter Schulen einfinden. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Polizisten in die Technische Schule eingedrungen sind, immer wieder an Fensterfronten vorbeihuschen. Offensichtlich wird das weitläufige Gebäude - die größte Schule des Landkreises - von Spezialkräften systematisch durchkämmt, während draußen der Komplex mit der Waffe im Anschlag gesichert wird.

Die stadteinwärts führende Clichystraße wird für den Verkehr gesperrt, um permanent nachrückenden Einsatzfahrzeugen Platz zu machen. Zudem sind ganze Wohnviertel hermetisch abgeriegelt - auch im Umfeld weiterer Schulen, in denen vorsichtshalber ebenfalls der Notfallplan in Gang gesetzt worden ist.

Während die Außenposten der Polizei-Armada bisweilen mit dem blanken Unverständnis ausgebremster Anwohner kämpfen - "Ich will da jetzt durch" -, sorgen sich viele Zuschauer um Leib und Leben derer, die möglicherweise noch im Schulgebäude sind. Längst geht die Polizei von einem echten Alarm aus, macht dementsprechend Ernst. Vor der Karl-Rau-Halle ist ein Rettungswagen postiert, ein Notfallseelsorger steht auf Abruf bereit, auch in der nahegelegenen Feuerwache sind Aktivitäten erkennbar.

Rund um die Schule selbst ist das Bild für einige Zeit unverändert, das an bedrückende, sonst nur vom Fernsehen her bekannte Szenerien erinnert. Dann, es ist etwa 15 Uhr, kommt Bewegung ins Umfeld. Mitten auf der gesperrten Schlosshausstraße überwältigen Polizisten einen jungen Mann, fast gleichzeitig fallen zwei weitere Personen in einer Straße in der Nähe auf. Auch sie werden überwältigt. Einer der beiden war, wie sich herausstellt, jener Mann, den die Zeugen Stunden zuvor nahe der Schule beobachtet hatten und der zu diesem Zeitpunkt eine Spielzeugpistole bei sich hatte, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sieht. Er war, so ergeben erste Vernehmungen, auf dem Weg zu einem Bekannten zufällig an der Schule vorbeigekommen.

Jetzt gibt die Einsatzleitung erstmals so etwas wie Entwarnung. Die Schule bleibt aber abgeriegelt. "Es wird weiter verifiziert, ob und wo sich Schüler im Schulgebäude aufhalten", sagt eine Polizeisprecherin am Einsatzort. Sie bestätigt erste Festnahmen und kann mitteilen, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Es dauert nur eine Stunde, bis man im Polizeipräsidium Ulm die offizielle Feststellung trifft: Alle drei Männer standen unter Drogeneinfluss. Was der Mann mit der Spielzeugwaffe vorhatte, wird noch ermittelt. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass er einen Angriff auf die Schule oder Dritte plante.

Aufregung um Drogenabhängigen mit Spielzeugpistole in Heidenheim
Spezialkräfte der Polizei rüsten sich vor der Heidenheimer Schule für den Einsatz. Zeugen hatten einen Bewaffneten gesehen und Alarm geschlagen. Foto: dpa

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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