Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Opposition: „absolut indiskutabel“

Aufschrei wegen Streichung von Lehrerstellen

Die Pläne der Landesregierung, im kommenden Schuljahr 441 Lehrerstellen zu streichen, stoßen bei GEW und Opposition auf scharfe Kritik.

01.10.2016
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Die Lehrergewerkschaft GEW hat Protest gegen die Pläne der grün-schwarzen Regierung angekündigt, zum kommenden Schuljahr 441 Lehrerstellen zu streichen. „Das werden Schüler, Eltern und Lehrkräfte angesichts der zahllosen Baustellen in den Schulen, der steigenden Schülerzahlen und der guten Steuereinnahmen nicht akzeptieren“, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz. Sie hielt der Regierung zugleich vor, mit der Kürzung „ihre Wahlversprechen gebrochen“ zu haben. An Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Finanzministerin Edith Sitzmann (beide Grüne) adressierte Moritz den Vorwurf, Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) „unsinnige Sparauflagen“ gemacht zu haben.

Um den von ihr geforderten Einsparbetrag in Höhe von 31,7 Millionen Euro zu erbringen, hat Eisenmann, wie von der SÜDWEST PRESSE am Freitag publik gemacht, die Streichung der 441 Lehrerstellen vorgeschlagen. Die Spitzen der grün-schwarzen Koalition wollen am kommenden Mittwoch über den Haushalt für das nächste Jahr beraten. Von den Plänen unberührt ist die Auflage an das Ministerium, bis 2020 weitere 1333 Stellen zu streichen.

Auch die Opposition übte scharfe Kritik. „Bei der Bildung und somit bei den Lehrerstellen darf keineswegs gespart werden“, forderte der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. Die Pläne seien „absolut indiskutabel“, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP, Timm Kern. Wenn Eisenmann einen Mehrbedarf für ihr Ressort von 60 Millionen Euro anmelde und gleichzeitig 31,7 Millionen Euro einsparen wolle, gleiche das einem Offenbarungseid.

Nach eigenen Angaben hat die Ministerin in den Haushaltsgesprächen einem Mehrbedarf von 60 Millionen Euro angemeldet. Dabei gehe es vor allem um von der grün-roten Vorgängerregierung gefasste Beschlüsse, die aber noch nicht durchfinanziert seien. Die Mittel sollen unter anderem dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Inklusion, des Mathe- und Deutsch-Unterrichts an der Grundschule und der Informatik dienen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

01.10.2016, 02:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball