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Augen auf bei der Rätselwahl

Ein Mann erhält ein Paket. Er öffnet es. In dem Paket ist ein abgetrennter Arm, der Mann lächelt und wirft alles in einen Fluss. Was ist passiert?

06.12.2014
  • Angelika Brieschke

Erinnern Sie sich? Es gab Zeiten, da musste man auf Parties seltsam unsinnige Rätsel lösen. Mit Fragen, die vom Rätselsteller nur mit Ja oder Nein beantwortet wurden, sollte man der Lösung auf die Spur kommen. Das gelang eigentlich nie, denn die Rätsel waren so hochkonstruiert, dass man mit normalen Alltagsverstand keine Chance hatte. Nach unzähligen Fragen, die in der Regel mit einem boshaften Nein beantwortet wurden, hatte man eine stille Wut im Bauch, weil man der Lösung keinen Schritt näher kam. Die Auflösung der Geschichte war immer enttäuschend. Und im Falle des obigen Rätsels zudem unappetitlich: Hier hatten zwei Schiffbrüchige aus Mangel an Proviant den Arm des einen verzehrt und der andere hatte versprochen, im Falle ihrer Rettung sich ebenfalls einen Arm amputieren zu lassen. Das Paket war die Einlösung des Versprechens.

Da sind doch Rätsel wie „Was haben ein altes Ehepaar und ein Tisch gemeinsam?“ schon besser. Ein Scherzbold im Internet meinte „vier Beine und eine Platte“. Das ist natürlich völlig richtig, auch wenn als Antwort schon der erste Teil genügt. Aber Achtung: Wer schnell auf die Lösung kommt, hat eine schizophrene Störung. Zumindest habe ich das vor Jahren in einem bedeutenden, überregionalen Magazin gelesen.

Sie sehen: Rätsel raten ist gar keine so einfache Sache. Da ist Vorsicht geboten. Vielleicht sollte man sich da lieber irgendwelchen großen Rätsel der Menschheit widmen. Die sind gesundheitlich unbedenklich und man kann sich nebenbei unglaubliche Meriten verdienen. Zum Beispiel, wenn man eines der sieben Millennium-Probleme lösen würde. Allerdings muss man da, nur um die Fragestellung zu verstehen, über nobelpreisverdächtige Mathematik-Kenntnisse verfügen. Und das hat man ja nicht einfach so. Der allgemeine Menschverstand verzweifelt schon an so lächerlich einfach zu verstehenden Menschheitsrätseln wie: Was liegt eigentlich hinter den unendlichen Weiten des Weltalls? Oder: Warum können Männer Schmutz optisch nicht auflösen? Auch das weiß kein Mensch. Deswegen werden diese Rätsel mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer ungelöst bleiben.

Weder unlösbar noch erschreckend noch enttäuschend ist hingegen unser Weihnachtsrätsel, zu dem wir Ihnen jetzt dringend raten. Wer einfach ein paar gemütliche Knobelstunden verbringen möchte – ohne Angst um seine Gesundheit oder seinen guten Appetit –, kann sich auf die TAGBLATT-Ausgabe am 24. Dezember freuen. Da wird unser großes Weihnachtsrätsel abgedruckt sein. Als Einstimmung darauf, ist heute schon eine kleine Rätselecke auf Seite xxx zu finden.

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06.12.2014, 12:00 Uhr

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