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Die Schule hat Zimmer frei

August-Lämmle-Schule jetzt ohne Werkreal- und Kirnbachklassen

Nach dem Ende der Werkrealschule mit Kirchentellinsfurt und Wannweil gibt es in Kusterdingen nur noch eine Grundschule und die Außenstelle des Firstwald-Gymnasiums. Das Schulgebäude hat ausnahmsweise richtig viel Platz.

19.10.2012
  • Ulrike Pfeil

Kusterdingen. Lange versuchte Kusterdingens Bürgermeister Jürgen Soltau wenigstens ein paar Klassen der gemeinsamen Werkrealschule am Ort zu halten. Doch nach dem Wegfall der Grundschulempfehlung und der Ortsbindung für Sekundarschüler orientierten sich die ohnehin nicht zahlreichen Kusterdinger Werkrealschüler mehrheitlich anderswohin, nach Tübingen, Reutlingen, Gomaringen. „Ein Kind aus Immenhausen oder Mähringen wird nicht nach Kirchentellinsfurt fahren, wenn es auch an die Gomaringer Schlossschule kann“, sagt die Kusterdinger Hauptamtsleiterin Christine Falkenberg.

Was bedeutet, dass im Gebäude der August-Lämmle-Schule Platz frei geworden ist. „Der Traum jedes Schulleiters“, so Falkenberg. Allerdings werden die frei gewordenen Klassenräume nicht lange leer stehen: Das Mössinger Firstwald-Gymnasium ist an seiner Kusterdinger Außenstelle inzwischen mit dem zweiten Jahrgang vertreten. Bis 2014, wenn der geplante Gymnasiums-Neubau fertig sein soll, werden es vier sein.

Wie berichtet, wurde der Neubau mit Rücksicht auf die frei gewordenen Räume in der August-Lämmle-Schule bereits etwas „verkleinert“. Ende November (28.) soll der Gemeinderat über den Neubau entscheiden, im kommenden Jahr wäre dann Baubeginn.

Eng ist es für die Kusterdinger Firstwald-Schüler bis auf weiteres nur beim Mittagessen: Bis die Mensa im Neubau bezugsfertig ist, bekommen sie das Essen in der Härten-Turnhalle. Dort muss in getrennten Schichten gegessen werden. Wenn an einzelnen Wochentagen noch Grundschüler dazukommen, sind es drei Schichten.

Ganz verschwunden sind aus der August-Lämmle-Schule auch die Mitschüler aus der Kirnbachschule für Kinder mit geistiger Behinderung. An der Kirnbachschule wird vor allem der Wegfall der Kooperationsklassen auf der Sekundarstufe bedauert – es war ein weithin einzigartiges und gelungenes Modell. Mit der Graf-Eberhard-Schule in Kirchentellinsfurt sei eine Weiterführung der Kooperation aus Platz- und Personalgründen nicht möglich gewesen, sagt Kirnbach-Konrektor Johannes Schwörzer. Schade, findet er, denn „das Außenklassenmodell kommt unseren Schülern und der Partnerschule entgegen“.

Die Kirnbach-Absolventen der Kusterdinger Kooperationsklasse (sie war nach fünf Jahren gerade beendet) gehen jetzt an der Rottenburger Berufsschule in eine spezielle Berufsvorbereitung. Die fünf neuen Sekundarschüler der Kirnbachschule haben zum Teil keinen gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Behinderung, oder sie besuchen mit Unterstützung einzeln auch Regelschulen.

Auch auf der Grundschulebene hat die Kusterdinger Kooperationsklasse aufgehört. Die existierende Primarklasse der Kirnbachschule in Kusterdingen lief nach vier Jahren ohnehin aus. Neue Außenklassen hat die Kirnbachschule jetzt in der Französischen Schule und der Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost (beide Tübingen) sowie der Kirschenfeldschule in Nehren.

August-Lämmle-Schule jetzt ohne Werkreal- und Kirnbachklassen
Mensa-Provisorium: Noch zwei Jahre bis zum Neubau dient die Empore der Härten-Sporthalle (vorn im Bild die Essensausgabe) den Schülern und Lehrern der Kusterdinger Außenstelle des Firstwald-Gymnasiums als Mittagstisch. Da der Platz für die mittlerweile zwei Gymnasiumsklassen nicht reicht (an manchen Tagen kommen auch noch die Kinder der August-Lämmle-Schule hinzu, dann sind es um die hundert), muss taktgenau im Schichtsystem gegessen werden. Bild: Metz

Anders als die August-Lämmle-Schule in Kusterdingen hat die Härtenschule in Mähringen ein akutes Raumproblem:
Für die zunehmende Nachfrage nach Kernzeit-Betreuungsplätzen an der Grundschule gibt es vorerst nur einen umgewidmeten Klassenraum. Bei schlechtem Wetter können die Kinder zum Austoben stundenweise in die Turn- und Festhalle. Zu den Spitzenzeiten am frühen Nachmittag sind bis zu 36 Kinder in der Betreuung. Rund 30 Kinder, die am Mittagstisch der Schule teilnehmen, werden in einem anderen Raum verköstigt. Der Härten-Gemeinderat hat inzwischen den Neubau eines zweigeschossigen Flachdachgebäudes mit zwei Aufenthaltsräumen für die Kernzeit-Betreuung unmittelbar neben der Schule gebilligt (Holzständerbauweise mit Wärmeschutz).
Sobald die Pläne vom Landratsamt genehmigt wurden, will die Gemeinde mit dem Bau loslegen.
„Wenn es nicht zu kalt wird, noch in diesem Jahr“, verspricht Hauptamtsleiterin Christine Falkenberg.

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19.10.2012, 12:00 Uhr

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