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Ex-BND-Mann

Aus Frust für CIA gearbeitet

Ein früherer BND-Mitarbeiter hat über Jahre hinweg geheime Daten an den US-Geheimdienst CIA weitergegeben. Auch den Russen diente er sich an.

19.11.2015
  • DPA

München Ein wegen Landesverrats angeklagter Ex-BND-Mitarbeiter hat eingeräumt, über Jahre hinweg rund 300 bis 350 Dokumente an den US-amerikanischen Geheimdienst CIA weitergegeben zu haben. Darunter sei auch eine umfangreiche Personaldatenbank gewesen, sagte der 32-Jährige gestern vor dem Münchner Oberlandesgericht. Diese soll Decknamen und echte Identitäten deutscher Agenten im Ausland enthalten haben.

Zu Beginn seiner Aussage sagte der Angeklagte: "Zuallererst möchte ich sagen, dass mir mein Handeln leidtut." Begonnen habe die Zusammenarbeit mit der CIA auf seine Initiative hin. Er habe 2008 eine E-Mail an die US-Botschaft in Berlin geschickt und seine Dienste angeboten. Darauf seien die Amerikaner eingegangen. Er habe daraufhin regelmäßig Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes (BND) weitergegeben, meist per E-Mail, später über ein spezielles Notebook, das ihm von seinem amerikanischen Verbindungsmann zur Verfügung gestellt worden sei.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem gelernten Bürokaufmann Spionage für die CIA sowie für den russischen Geheimdienst vor. Die Anklage lautet auf Landesverrat, die Verletzung von Dienstgeheimnissen sowie Bestechlichkeit. Von der CIA soll er mindestens 95 000 Euro bekommen haben. Der junge Mann sitzt seit Juli 2014 in Untersuchungshaft.

Der 32-Jährige begründete die Spitzel-Tätigkeit mit Frust, Langeweile, Unterforderung und Unzufriedenheit an seinem Arbeitsplatz beim BND - sowie mit "Nervenkitzel" und "Abenteuerlust". Geld habe anfangs keine Rolle gespielt. Über Risiken und mögliche Konsequenzen habe er nicht nachgedacht.

Der Angeklagte räumte auch die Kontaktaufnahme mit dem russischen Generalkonsulat in München ein, um sich dort als Informant anzudienen. Er habe aber schnell wieder einen Rückzieher gemacht: "Da habe ich Bedenken bekommen, dass es doch schon eine andere Hausnummer ist, für die Russen zu arbeiten als für die Amerikaner."

Der Fall hatte 2014 für großes Aufsehen gesorgt. Eine Folge war, dass der damals höchste Geheimdienstvertreter der USA in Deutschland ausreisen musste. Für den Prozess sind 24 Verhandlungstage bis zum 15. März 2016 vorgesehen.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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