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Integration

Aus beiden Kulturen

Hier geht es um die Forderungen, die manche an Migranten offenbar stellen.

13.11.2015

Herr Brand, ich habe den Artikel vom 3. November nicht gelesen, Ihren Leserbrief jedoch schon. Mit welchem Recht wollen Sie einem Menschen vorschreiben, was er an Deutschland gut zu finden hat? Weshalb ist es Ihnen ein Dorn im Auge, wenn Frau Gül die türkische Kultur der deutschen Kultur vorzieht? Fühlen Sie sich in Ihrer Ehre als Deutscher gekränkt? Wollen Sie ihr die Erfahrungen, die sie in Deutschland gemacht hat, etwa absprechen? Und was genau wollen Sie mit Ihrem letzten Satz „Die wahren Hüter des islamischen Glaubens sind die Fundamentalisten“ eigentlich zum Ausdruck bringen?

Soll Frau Gül Christin werden, Schweinefleisch essen, Alkohol trinken, damit Sie davon überzeugt sind, dass sie endlich in Deutschland angekommen und voll integriert ist? Können Sie nur dann gut schlafen?

Sie hat aus beiden Kulturen das genommen, was sie für ihr Leben als wertvoll empfindet. Wie Sie selber zugeben, ist sie gebildet. Also akzeptieren Sie es.

Auch ich habe mir mein Leben so gestaltet, dass ich glücklich damit werde. Es ist nicht einfach, in zwei Kulturen aufzuwachsen. Wenn dazu noch eine andere Religion, wie bei Frau Gül, kommt, ist es noch schwerer. Vor lauter Kopftuchdebatten und so weiter verlieren wir das Wesentliche aus den Augen: Jeder wird anders glücklich. Äußerlichkeiten sagen wenig über die innere Einstellung eines Menschen aus. Frau Güls Einstellung verstößt in keinster Weise gegen das Grundgesetz. Und nur darauf kommt es an. Zeigen Sie also etwas mehr Respekt.

Aristidis Moumtsidis, Ofterdingen

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Erstellt:
13. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. November 2015, 12:00 Uhr

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