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Bundeswehr

Aus dem Ruder gelaufen

Das Verteidigungsministerium legt seinen Rüstungsbericht vor. Bei Großprojekten häufen sich die Probleme.

21.03.2018

Von ELLEN HASENKAMP

Ursula von der Leyen. Foto: Tobias Schwarz/afp

Berlin. Zu teuer, zu spät und zu schlecht. Seit Jahren sorgt das Thema Ausrüstung bei der Bundeswehr für Kritik. Auch der neueste Rüstungsbericht listet – trotz einiger Fortschritte – vor allem Defizite auf. „Gerade die erneute Fokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung stellt die Truppe nach der langen Zeit des Sparens und Reduzierens vor große Herausforderungen“, heißt es zu Beginn der 176 Seiten starken Analyse. Lücken in der Ausstattung aber könne sich die Truppe angesichts der Aufgaben weltweit nicht mehr leisten.

Erkannt sind die Probleme. Ministerin von der Leyen rief die Trendwende Rüstung kurz nach Amtsantritt vor vier Jahren aus. Das Beschaffungswesen sollte moderner, effizienter und transparenter werden. Genannt werden die Probleme inzwischen offen, bei der Lösung aber hapert es: Zwar heißt es in dem Bericht, „die Bundeswehr wächst wieder.“ Ein bisschen zurückhaltender klingt dann schon der nächste Satz: „Wir haben begonnen, sie auch in der Breite mit modernstem Material auszustatten.“

Die Analyse nennt besonders Verzögerungen beim Transportflugzeug A400M, den Fregatten der Klasse 125 und dem Eurofighter. Der Linken-Politiker Matthias Höhn monierte, der Kampfflieger werde etwa 6,7 Milliarden Euro teurer als geplant und komme zwölf Jahre später. Der Ministerin warf Höhn einen „sicherheitspolitischen Irrweg“ vor. Für das Projekt A400M prognostiziert das Ministerium nun eine Verzögerung von 139 Monaten gegenüber der ersten parlamentarischen Befassung. Der A400M gilt als modernstes militärisches Transportflugzeug der Welt. Deutschland hat 53 Maschinen beim Hersteller Airbus bestellt, um die alten Transall zu ersetzen. 16 Maschinen hat die Truppe inzwischen – an manchen Tagen war keine einzige einsatzbereit. Positiv wertet der Bericht die Aussichten: 2017 hätten mit 34 sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen so umfangreiche Rüstungsaufträge das Parlament passiert wie seit Jahrzehnten nicht. Das Gesamtvolumen lag bei rund 14 Milliarden Euro.

In Sachen Instandhaltung rät der Wehrbeauftragte unterdessen für Selbsthilfe: Die Bundeswehr sollte kaputte Panzer, Schiffe und Flugzeuge wieder selber reparieren. „Ein bisschen weniger Outsourcing, mehr selbst in die Hand nehmen dürfen – das wäre in manchen Fällen die richtige Lösung“, sagte Bartels der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ellen Hasenkamp (mit dpa)

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Erstellt:
21. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. März 2018, 06:00 Uhr

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