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Banken

Aus für das kostenlose Girokonto

Weil die Einnahmen zurückgehen, dreht die Branche verstärkt an der Gebührenschraube.

05.01.2017
  • DPA

Köln. Kostenlose Girokonten werden immer mehr zu einem Auslaufmodell. Banken und einige Sparkassen hatten das Gratiskonto lange gezielt zur Kundenakquise eingesetzt. Jetzt zwingen Kostendruck, teure Filialen und die Niedrigzinsen die Institute zum Umdenken. Als eine der größten deutschen Banken hatte zuletzt die Postbank mit einer Umstellung das bedingungslose Gratis-Girokonto abgeschafft. Die Hypovereinsbank hatte dies schon Mitte des Jahres getan.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, betonte schon vor einem Jahr: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ Auch die Finanzaufsicht Bafin wies mehrfach darauf hin, dass Kontoführungsgebühren sinnvoll seien.

Wie viele Banken, Sparkassen oder Volksbanken weiter an der Gebührenschraube drehen, ist nicht klar. Laut Max Herbst von der Finanzberatung FMH arbeiten Banken heute im Prinzip mit zwei Modellen: die Flatrate – ein monatlicher Festbetrag, der alle Dienstleistungen abdeckt – oder die Einzelabrechnung für jeden Bankvorgang. Dazu gehören Überweisungen ebenso wie das Geldabheben am Automaten. „Um eigene Erträge aufzubessern, kassieren Banken nun auch für bisher kostenlose Leistungen oder machen einzelne Leistungen teurer“, resümierte die Fachzeitschrift „Finanztest“.

In einer Untersuchung hatte das zur Stiftung Warentest gehörende Magazin 241 Kontomodelle von 104 Banken genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis: Nur 25 Konten waren weiter kostenfrei, ohne Wenn und Aber. Unter den Anbietern befinden sich vor allem Direktbanken, also Geldhäuser, die ohne teure Filialen auskommen und ihre Dienste ausschließlich per Internet, Fax oder Telefon anbieten. Kunden bekommen dort also keine persönliche Beratung.

Für die steigenden Kontogebühren auf breiter Front werden immer wieder die niedrigen Zinsen verantwortlich gemacht. Mit dem Wegbrechen des Zinsgeschäftes können Institute Konten nicht mehr so gut mit anderen Geschäften quersubventionieren. Den Druck der niedrigen Zinsen bekommen auch die Direktbanken zu spüren. Doch sie sind schlanker und arbeiten mit anderen Kostenstrukturen. dpa

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05.01.2017, 06:00 Uhr

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