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Listhalle schließt

Aus für die Drei-Königs-Antik

Die „Drei-Königs-Antik“-Messe war 34 Jahre lang fester Bestandteil des Reutlinger Veranstaltungskalenders. Das Aus der Listhalle bedeutet auch das Ende der Antiquitätenmesse – die neue Stadthalle ist zu empfindlich und zu teuer. Und überdies künftig am 6. Januar vom Bürgerempfang belegt.

13.07.2012
  • uschi kurz

Reutlingen. Die Messe, die immer rund um den Dreikönigstag in der Listhalle ihre Stände aufschlug, hat sich längst zum Publikumsmagneten entwickelt. Alljährlich kamen an den drei Veranstaltungstagen zwischen 4000 und 5000 Besucher/innen aus nah und fern, um die alten, manchmal auch skurrilen Kunstgegenstände zu kaufen oder auch nur zu bestaunen. Vom rustikalen Bierkrug bis zum Original-Picasso reichte das Angebot, vom filigranen Porzellanfigürchen bis zum wertvollen Schmuckstück. Wer wollte, konnte sich bei der kostenlosen „Schätzstunde“ die antiken Pretiosen der Uroma begutachten lassen.

Reutlingen, sagt Roland Mezger, der die Messe an Dreikönig vor 34 Jahren aus der Taufe gehoben hatte, sei zuletzt ein Selbstläufer gewesen. Dabei weiß der 63-Jährige, der Ende der 70er-Jahre anfing, Antiquitätenmessen zu organisieren, um die Schwierigkeiten der Branche. Der gebürtige Villinger, der in den vergangenen Jahrzehnten Fachmessen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz veranstaltete, musste vor einem Jahr Insolvenz anmelden und ist seither nur noch als Berater tätig. Er sieht den veränderten Zeitgeist als Grund für die mangelnde Nachfrage. Nicht so in Reutlingen. Sowohl die Aussteller als auch die Kundschaft hätten die „Drei-Königs-Antik“-Messe geschätzt.

Die gute Resonanz war auch der Grund dafür, dass die Messe Gesellschaft Sindelfingen 2011 die Organisation übernahm. Projektleiterin Kathrin Sindlinger hat die letzte „Drei-Königs-Antik“-Messe vom 6. bis zum 8. Januar 2012 gemeinsam mit Mezger organisiert und war mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Sie hätten deshalb die traditionsreiche Antiquitäten-Messe in Reutlingen gerne weitergeführt, bestätigte Sindlinger dem TAGBLATT. Deshalb habe es im Februar ein Gespräch mit dem damaligen Geschäftsführer Volker Schmidtke gegeben. Dabei habe sich aber herausgestellt, dass die neue Stadthalle mit ihrer hochwertigen Ausstattung für die Antiquitäten-Messe nicht geeignet sei.

Zudem seien die Mietvorstellungen zu hoch gewesen. Sie habe auch nachgefragt, ob man mit der Messe im Januar 2013 noch einmal in die Listhalle könne, doch das sei abgelehnt worden. Weil es die Messe in Reutlingen nicht mehr geben werde, wolle man nun die „Antik- und Kunstmesse Sindelfingen“, die schon seit vielen Jahren immer eine Woche nach der „Drei-Königs-Antik“ abgehalten wurde, ausbauen. Auch diese wesentlich größere Verkaufsschau wurde ursprünglich von Mezger organisiert und findet jetzt in Kooperation mit der Messe Gesellschaft Sindelfingen statt.

„Die beiden Messen haben sich immer sehr befruchtet“, sagt Mezger, der es sehr bedauert, dass Reutlingen als Veranstaltungsort wegfällt. Dass der 6. Januar in der neuen Stadthalle generell nicht für (Messe-)Veranstaltungen zur Verfügung stehen wird, darauf wies Pressesprecher Wolfgang Löffler gestern hin: „Am Dreikönigstag wird in der Stadthalle künftig immer der Bürgerempfang sein.“ Eine weitere Nutzung der Listhalle gebe es nicht: „Da ist Ende Dezember endgültig Schluss.“

Löffler betonte gestern aber auch, dass die Stadt nach wie vor am Thema Antiquitäten-Messe interessiert sei: „Es gibt bereits Verhandlungen mit einem anderen Veranstalter.“

Aus für die Drei-Königs-Antik
Ohne himmlischen Beistand wird es nach 34 Jahren in Reutlingen am Dreikönigstag erstmals keine Antiquitäten- und Kunstmesse mehr geben. Die Listhalle steht nicht mehr zur Verfügung – und die neue Stadthalle ist zu teuer. Archivbild: Haas

Der Villinger Roland Mezger veranstaltete am 6. Januar 1978 zum ersten Mal in der Reutlinger Listhalle eine Antiquitätenmesse, die schon bald als „Drei-Königs-Antik“-Messe bei Kunst- und Antiquitätenliebhabern einen guten Ruf hatte. Rund 50 Aussteller aus dem In- und Ausland kamen alljährlich nach Reutlingen, wo sie an drei Veranstaltungstagen regelmäßig mit 4000 bis 5000 Besucher/innen rechnen durften. Zum letzten Mal vom 6. bis zum 8. Januar 2012 – jetzt ist die „Drei-Königs-Antik“ Geschichte.

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13.07.2012, 12:00 Uhr

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