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Aus nach Hauskrach
Er war der Kopf von McLaren: Jetzt ist der Brite Ron Dennis als Chef des traditionsreichen Formel-1-Teams abgesetzt worden. Foto: Imago
Formel 1

Aus nach Hauskrach

Er gilt als Motorsport-Legende. Ein Machtkampf und die Niederlagenserie des McLaren-Rennstalls haben Ron Dennis nach 35 Jahren die Führungsposition gekostet.

17.11.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Verbittert und geschlagen räumte Formel-1-Legende Ron Dennis nach dem Machtkampf bei McLaren seinen Chefposten. Vertrieben aus der Führung des Motorsport-Konzerns, den er über 35 Jahre aufgebaut und zu einer der erfolgreichsten Marken des Grand-Prix-Sports geformt hatte. „Er wird immer einer der echten Größen des Sports bleiben“, hieß es in einer ansonsten ziemlich unterkühlten Kurzmitteilung von McLaren zum Rücktritt des Firmen-Präsidenten, den die anderen Hauptaktionäre erzwungen hatten.

McLaren würdigte zwar noch einmal den „kolossalen Beitrag“ von Dennis zum Erfolg des Rennstalls mit dem Gewinn von 17 WM-Titeln und 158 Grand Prix unter seiner Regie, doch künftig ist kein Platz mehr für das Formel-1-Urgestein. Ein Interimskomitee soll vorerst die Aufgaben von Dennis übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Es ist das Ende einer Ära. „Es wäre schade, wenn wir Ron verlieren. Ich kann nicht verstehen, wie ihm das passieren konnte. Das sieht ihm nicht ähnlich“, sagte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone schon vor der Eskalation des Hauskrachs bei McLaren. Seit 1981 stand Dennis an der McLaren-Spitze, getrieben von der Sucht nach Erfolgen prägte er gemeinsam mit Star-Piloten wie Ayrton Senna und Alain Prost die Formel 1 wie nur wenige andere Teamchefs.

Der oft diktatorische Führungsstil des Entdeckers von Lewis Hamilton ist ebenso legendär wie seine Detailversessenheit. Diese Art wurde dem 69-Jährigen nun zum Verhängnis, weil zuletzt die Erfolge ausblieben. Seit vier Jahren ist das Team in der Formel 1 ohne Sieg, seit drei Jahren ohne Hauptsponsor. Auch die erstaunliche Wiederverpflichtung von Fernando Alonso, der 2007 als Zeuge im Spionageskandal für die 100-Millionen-Dollar-Strafe für McLaren mitverantwortlich war, half dem Rennstall nicht aus der Ergebniskrise.

Seit vier Jahren ohne Sieg

Die Miteigentümer, der Mumtalakat-Fonds aus Bahrain und Dennis‘ langjähriger Geschäftspartner Mansour Ojjeh, haben das Vertrauen verloren. „Ich bin enttäuscht, dass die anderen Hauptaktionäre den Beschluss, mich freizustellen, trotz der Warnungen des weiteren Management-Teams durchgeboxt haben“, sagte Dennis. Er bleibt zwar Anteilseigner und Vorstandsmitglied, das Sagen aber haben künftig andere. Vermarktungsexperte Zak Brown wird ebenso als Kandidat auf den McLaren-Chefposten gehandelt wie Technik-Fachmann James Allison (zuletzt bei Ferrari). Auch „Superhirn“ Ross Brawn wird als möglicher Dennis-Nachfolger genannt. dpa

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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