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Das große Wundern

Ausgerechnet Pep Guardiola fragt sich, warum der VfB so schlecht dasteht

Hammer-Gegner! Der VfB Stuttgart bekommt es vor der Winterpause noch mit dem Dreigestirn an der Bundesliga-Spitze zu tun: FC Bayern, Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg. Los geht's heute in München.

07.11.2015
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart/München Gerade hat sich der VfB mit 2:0 gegen Darmstadt hinten etwas Luft verschafft. Schon kommt's knüppeldick. Wie lang dauert es wohl, bis der stärkste Sturm der Bundesliga (33 Treffer erzielt) die schwächste Abwehr (23 Treffer kassiert) heute zum ersten Mal knackt? Die Münchner Bayern geben die Antwort von 15.30 Uhr an in ihrer ausverkauften Arena.

Die Zeiten der Duelle auf Augenhöhe sind längst vorbei. Jetzt gilt für die Stuttgarter im einstigen "Süd-Schlager": Augen zu und durch!

VfB-Trainer Alexander Zorniger würde es nie so formulieren. Zum Thema Kräfteverhältnisse sagt er lieber: "Man muss akzeptieren, dass Pep Guardiola ein unglaublich kluger Kopf ist und wir beziehungsweise die Liga das Pech haben, dass er auch noch unglaublich kluge Spieler hat." Der Spanier hat sich jetzt wohl auf seine Art bedankt: Es sei ein "Mysterium", dass der VfB nach elf Spieltagen mit zehn Punkten nur auf Platz 15 rangiere. "Sie verdienen mehr Punkte." Ausnahme: der heutige Samstag.

Mauern will Zorniger auch in München nicht, keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt. Mit dieser gewohnt offensiven Einstellung wäre der VfB in Leverkusen beinahe zum Erfolg gekommen. Mit Betonung auf beinahe. Denn trotz zweimaliger Zwei-Tore-Führung lief die Elf ins Messer und verlor 3:4.

Dass der VfB die "Super-Bayern" in ähnliche Schwierigkeiten bringen könnte, ist schwer vorstellbar. Ihr Erfolg ist kein Mysterium. Alle sechs Saison-Heimspiele wurden gewonnen - mit insgesamt 24:3 Toren. Lediglich beim 2:1 am 12. September gegen Augsburg schossen die Münchner weniger als drei Treffer.

Robert Lewandowski liefert sich an der Spitze der Torjägerliste mit Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (beide 13 Treffer) ein spannendes Duell. Da kommen dem Polen Lewandowski die Stuttgarter mit dem immer wieder für einen Patzer guten Landsmann Przemyslaw Tyton im Tor und ihrer Wackel-Abwehr gerade recht.

VfB-Nostalgiker erinnern sich vielleicht noch lebhaft an den letzten Sieg in München: das 2:1 am 27. März 2010 unter dem Schweizer Christian Gross. Durch die Tore von Christian Träsch und Ciprian Marica glückte der einzige Sieg der letzten 15 Gastspiele. In zehn Bundesliga-Partien und drei Pokal-Auftritte seitdem hat der FC Bayern triumphiert - mit 37:10 Toren. Zorniger muss bei seiner München-Premiere als Cheftrainer mit einer empfindlichen Pleite rechnen. Er setzt der Wahrscheinlichkeit das wachsende Selbstvertrauen entgegen: Mit zwei Heimsiegen ohne Gegentor hat der VfB zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag die Abstiegsränge verlassen, und die Elf holte in den letzten drei Auswärtspartien mit acht Toren vier Punkte. Wie weit das reicht, ist wohl auch richtungsweisend für weitere Hammer-Spiele vor der Winterpause. Der VfB muss gegen die "Top 3" der Liga ran: Heute in München, in zwei Wochen in Dortmund und am 17. Spieltag daheim gegen Wolfsburg. Nach der Länderspiel-Pause geht es zunächst gegen Schlusslicht FC Augsburg weiter, gleich danach zum BVB.

Den letzten VfB-Treffer in München schoss übrigens einer, der wegen seiner Knieverletzung bis Jahresende fehlt: Martin Harnik. Für den Österreicher war's beim 1:6 am 2. September 2012 ein Erfolgserlebnis zum Vergessen. Kann Zorniger die Bayern vielleicht mit dem Comeback eines anderen Flügelstürmers überraschen? Filip Kostic steht im Kader. Der kluge Pep Guardiola und seine klugen Spieler werden auch darüber sicher kurz nachdenken.

Ausgerechnet Pep Guardiola fragt sich, warum der VfB so schlecht dasteht
Symbolbild für die Bayern-Dominanz: Der Ball im Stuttgarter Tornetz, Thomas Müller dreht jubelnd ab. Foto: dpa

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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