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Kommentar

Ausgeschilderte Biosphärenwege

Sie ist ein Meter breit, 1,30 Meter hoch, besteht aus Resopal und kostet – Bilder, Bearbeitung, Versand inklusive – um die 1000 Euro. Da 102 Informationstafeln auf den Wanderparkplätzen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb (soweit es sich in den Landkreis Reutlingen erstreckt) in den nächsten Monaten aufgestellt werden, lassen sich drei Schlüsse ziehen. Erstens: Plus Mehrwertsteuer kostet die Aktion 120 000 Euro. Zweitens: Es muss mindestens 102 Wanderparkplätze auf dem bezeichneten Areal geben, womöglich aber, und das drittens, eine ganze Menge mehr, weil gar nicht alle Gemeinden mitgemacht haben – obwohl Landkreis und Biosphärenverwaltung gute Argumente haben und gründlich arbeiten.

05.12.2012

Das war vor drei Jahren schon so, als man damit begann, das „Besucherlenkungskonzept“ zu realisieren und erst einmal die Autofahrer auf der A 8 mit Schildern für das Biosphärengebiet zu interessieren. Seit zwei Jahren markieren großen Tafeln die Grenzen des Areals. Nun folgt mit der ersten Informationstafel an einem Wanderparkplatz ein weiterer Schritt – und es wird nicht der letzte sein.

Jedenfalls war es keine große Überraschung, als gestern im Reutlinger Umweltbildungszentrum Listhof an der Gönninger Landstraße, wider die „wilde Schilderitis“ (Landrat Thomas Reumann) das Wort geführt, gleichzeitig aber weitere Schilder in Aussicht gestellt wurden – freilich alle nach einem einheitlichen Design. Immerhin kann sich Regierungspräsident Hermann Strampfer vorstellen, auch vor den Biosphären-Gemeinden entsprechende Tafeln aufzustellen, wie er gestern im Listhof verriet. Geht es Strampfer darum, Identität mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb herzustellen, will Reumann die Infrastruktur „vom Gast her denken“ und die Wanderwege in die Besucherlenkungsstrategie einbeziehen. Man darf also gespannt sein, was Regierungspräsidium, Landratsamt und Biosphärenverwaltung noch alles im Schilde führen.

Umsonst ist das für die Städte und Gemeinden nicht zu haben. Die 102 Informationstafeln werden nur zur Hälfte aus dem „Biosphärentopf“ finanziert. Die andere Hälfte übernehmen die beteiligten Kommunen. Reutlingen wird insgesamt fünf Tafeln aufstellen: neben dem Listhof an den Gönninger Seen, am Breitenbachsee, beim Wanderparkplatz Roßberg und, weil sie die einzige Großstadt in einem Biosphärengebiet ist, auch eine im Zentrum. Jetzt müssen die Autofahrer die Informationstafeln nur noch finden. Falls das ein Problem sein sollte, ließe es sich mit zusätzlichen Wegweisern mühelos aus der Welt schaffen.

Bernd Ulrich Steinhilber

Ausgeschilderte Biosphärenwege
Wolfgang Schütz, der Geschäftsführer des Tourismusverbands Mythos Schwäbische Alb, der Reutlinger Bürgermeister Peter Rist, Regierungspräsident Hermann Strampfer und Landrat Thomas Reumann (von links) stellten gestern beim Wanderparkplatz am Umweltbildungszentrum Listhof die erste Informationstafel auf. Bild:Steinhilber

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05.12.2012, 12:00 Uhr

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