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Außen hui, innen . . .
Nicht in jedem Essen steckt, was uns die Werbung vorgaukelt

Außen hui, innen . . .

Ein Löffel probiotischer Joghurt, ein Schluck eines reichhaltigen Vitamingetränks und dann ein kräftiger Biss vom Fruchtmüsliriegel. Das muss doch der Gesundheit gut tun! Wirklich?

26.04.2016
  • MIRIAM KAMMERER

Die probiotische Auswirkung von Lebensmitteln ist umstritten, die meisten Säfte sind überzuckert und in Müsliriegeln, in denen zum Beispiel Himbeere versprochen wird, stecken oft günstigere Beeren, die aromatisiert sind.

Sind deswegen alle Lebensmittel schlecht? Auch das stimmt nicht. Aber Ernährungsexpertin Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält ein gesundes Misstrauen für angebracht. Das heißt für den Kunden: Nicht die Werbung auf der Verpackung für bare Münze nehmen, sondern auch das Kleingedruckte lesen, also die Inhaltsstoffe.

Der Verbraucherverein Foodwatch hat in einer Anfang April erschienenen Studie gezeigt, dass viele überzuckerte und fettige Produkte mit Vitaminen angereichert sind, um als gesund angepriesen werden zu können.

Dabei ist eine Extradosis Vitamine gar nicht nötig, sagt Manthey. Wer sich normal ernähre , ist in der Regel gut versorgt. Wer trotzdem unterversorgt ist, der sollte lieber einen Arzt aufsuchen.

Untersuchungen zeigen, dass es sich für Hersteller lohnt, mit Gesundheitsversprechen zu werben. Verbraucher greifen bei Bonbons mit Vitaminen lieber zu.

Die EU wollte die Irreführung mit falschen Gesundheitsversprechen eigentlich schon längst beenden. 2006 verabschiedete das EU-Parlament eine entsprechende Verordnung. Seit 2012 dürfen nur noch wissenschaftlich belegte Gesundheitsversprechen genutzt werden. Pauschale Behauptungen wie "stärkt die Abwehrkräfte" sind nicht mehr zulässig. Allerdings fehlen bis heute Mindestanforderungen für die verwendeten Produkte. So kommt es, dass ganz legal gesundheits- und nährwertbezogene Werbeaussagen auf Produkten landen, die zu viel Fett, zu viel Salz oder Zucker enthalten, reklamiert Foodwatch.

Also müssen Verbraucher weiter Acht geben. Das Label "zuckerfrei" muss nicht bedeuten, dass ein Produkt auch fettarm ist und andersrum.

Foodwatch fordert von der EU, diese Unklarheiten zu beseitigen. Das Nährwertprofil des WHO-Regionalbüros in Europa sei ein gutes Muster dafür.

Eine weitere beliebte Form des Verschleierns ist das sogenannte Clean-Labelling von Produkten, frei übersetzt könnte man sagen, dass Produkte reingewaschen werden. Die Verbraucherzentralen brachten ernüchternde Ergebnisse diesbezüglich zutage. Viele Produkte werben damit, auf bestimme Zusatzstoffe und Aromen zu verzichten. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste offenbarte aber, dass die Hersteller oft unverdächtig erscheinende Stoffe mit vergleichbarer Wirkung beimischten.

Ein Beispiel: Wer Bourbon-Vanille mit dem Vermerk "ohne künstlichen Aromen" kauft, bekommt in manchen Fällen chemisch erzeugte Vanillemoleküle, zum Beispiel aus Reiskleie.

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26.04.2016, 10:30 Uhr

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