Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
"Das scheint eine Art Friedhof zu werden"

Außer um zwei Morde kümmern sich die neuen Berliner "Tatort"-Kommissare um sich selbst

Sie trauen sich nicht recht über den Weg, aber seine Kollegen kann man sich ja meistens nicht aussuchen. Die Kommissare Robert Karow und Nina Rubin ermitteln in Berlin in ihrem zweiten Fall. Mit zwei Leichen.

14.11.2015
  • JULIA KILIAN, DPA

Berlin . Eine staubige Baustelle in Berlin. Arbeiter finden bei Abrissarbeiten ein säuregefülltes Fass. Wenig später rücken die neuen "Tatort"-Ermittler an. Denn in dem Fass schwimmen die verätzten Reste eines Toten. Kurz darauf graben die Experten eine zweite Leiche aus.

"Das scheint hier so eine Art Friedhof zu werden", sagt Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin. Wer sind die Toten?

Im neuen Berliner Tatort "Ätzend", der am Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten läuft, müssen die beiden Hauptstadtkommissare ihren zweiten gemeinsamen Fall lösen. In einer der Leichen entdecken sie einen Herzschrittmacher, der Dokumenten zufolge dem Inhaber eines kleinen Dentallabors in Neukölln implantiert worden ist. Als sie den Mann finden, stellen sie fest, dass er nie am Herzen operiert wurde.

"Ätzend" ist ein Verwirrspiel um Identitäten. Und bringt einem auch in der zweiten Episode die neuen Berliner Kommissare näher. Meret Becker spielt die Ermittlerin Rubin mit lackierten Nägeln, Ponyfrisur und Berliner Schnauze: "Los ab, geh' dich bettifein machen!", ruft sie ihrem Sohn in einer Szene zu.

Ihr Gegenpart Robert Karow (Mark Waschke) ist kühler, dreister, trägt aber sicher die am besten sitzenden Anzüge, die ein "Tatort"- Kommissar je getragen hat. Wenn Karow mit seinem Dienstwagen vorfährt, quietschen die Reifen. Und wenn er in der Morgendämmerung eine Zigarette raucht, ist etwas passiert, was man so bei einem Kommissar in einem "Tatort" wohl noch nicht erlebt hat.

Erzählt wird im "Tatort" des Regisseurs und Grimme-Preisträgers Dror Zahavi in raschem Tempo. Der Film macht Sprünge von einem Ort zum nächsten und streift gesellschaftspolitische Themen meist in Nebensätzen: Ein Mann auf der Baustelle, der sich über den Kapitalismus beschwert. Eine Frau, die nichts mit Ausländern zu tun haben will. Eine Familie aus dem Iran ohne Papiere.

Wo andere "Tatorte" gerne die Moralkeule schwingen, hält dieser sich zurück. Er lässt seine Figuren nicht dauernd über die Konflikte sinnieren, die er behandelt. Vielleicht wirkt dadurch manches, das man sieht, sogar eher nach.

Die Bilder in "Ätzend" haben oft etwas von Retrofotos. Die Farben sehen aus, als hätte man mit dem Smartphone einen Filter darüber gelegt, wie es Teenies mit "Instagram"-Fotos tun.

Auch die Geheimnisse um Kommissar Karow mehren sich. Oft im Alleingang unterwegs, nervt er Rubin. Nach wie vor will er aufklären, wie sein früherer Ermittler-Partner Gregor Maihack ums Leben gekommen ist. Die Geschichte hat bereits in "Das Muli" begonnen, dem erstem neuen "Tatort" aus Berlin, der im März von zehn Millionen Zuschauern eingeschaltet wurde.

Jetzt versucht Karow, dem Tod seines Partners weiter auf den Grund zu gehen. Doch der neue Fall macht es für ihn nicht leichter - und zwischen ihm und seiner Kollegin Rubin wächst Misstrauen. Auch die Zuschauer wissen nicht immer, wer gerade welche Interessen verfolgt.

Info "Tatort Ätzend", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Außer um zwei Morde kümmern sich die neuen Berliner "Tatort"-Kommissare um sich selbst
Am Set des "Tatorts - Ätzend": die Schauspieler Meret Becker (Kommissarin Rubin) und Mark Waschke (Kommissar Karow). Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball