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Eine ganz große Ehre ganz knapp verfehlt

Außerdem

Der auf 18. Juli datierte Brief kam zur Unzeit. Mitten in den bevorstehenden Sprung vom Sport- ins Lokalressort mit entsprechenden Herausforderungen, deren Tragweite zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht absehbar waren. Und dann auch noch dieser Inhalt!

11.11.2014

„…leider haben Sie einen Preis knapp verfehlt“, teilte ein gewisser Dr. Dieter Golombek im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung mit. Wo bitte, so die unweigerlich folgende Frage, ist der Griff zum Wegschmeißen? Gut, bei einem Brief nicht zwingend nötig.

Einen kurzen Moment werden Erinnerungen wach: Ich weiß gar nicht mehr wie viele Trainingseinheiten mich an Grenzen körperlicher Belastung gebracht haben. Dazu ein Turnier- und ein Trainingswochenende mit entsprechendem Zeitaufwand. Plus die ganze Schreiberei für die Zeitung und den Blog und sowieso. Plus die ganze Vorbereitung auf das Projekt – sowohl sportlich als auch organisatorisch. Die Familie litt. Die Nerven lagen blank. Und am Ende steckten auch noch einige Stunden in der Bewerbung um einem Journalistenpreis bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wie viel, fragt man sich, muss man tun, dass man gewürdigt wird? Stattdessen: Knapp vorbei ist auch daneben. VIELEN DANK!

Schreiben in den Schrank gelegt. Nicht weiter beachtet. Auch nicht die Schlusspassage, in der Dr. Golombek darum bittet, doch diese und jene Datei sowie das Anschreiben zu dem Journalistenwettbewerb noch einmal digital einzureichen, damit das Projekt im „Ergänzungsband 9“ zur Dokumentation des Journalistenpreises 2013 gewürdigt werden könne.

Der sehr charmante Dr. Golombek, dessen ausgeprägter Bildungshintergrund bereits in den ersten Sätzen einer Unterhaltung durchklingt, sucht später aktiv telefonischen Kontakt. Der 30. Juli, die auf dem Brief weiter unten genannte „Deadline“ ist längst verstrichen, bittet er noch einmal persönlich, doch wenn irgend möglich, ihm die angeforderten Dateien zukommen zu lassen. Es sei ihm als „alter Fußballer“ höchstpersönlich ein hohes Anliegen, dass das Projekt „von Null auf 0,5“ doch zumindest in dieser Reihe „Rezepte für die Redaktion“ erscheine. Wenn ich nur schnellstens die drei ausgewählte Dateien zumailen würde.

Wie viel knapp daneben – in Zahlen ausgedrückt – der Versuch denn gegangen sei, möchte ich davor natürlich schon noch wissen. Dr. Golombek erklärt, das Projekt habe die Runde der letzten 40 von 600 eingereichten Arbeiten erreicht. Nun gut, ganz nix ist das ja auch nicht. Das setzt, gepaart mit der sehr netten Unterhaltung, dann doch ein paar Körner Motivation frei, sich auf die Suche nach den jeweiligen Dateien zu begeben, die auch ganz fix zusammengetragen sind.

Das Ergebnis dieser Bemühungen liegt seit kurzer Zeit in vierfacher Ausfertigung in der Redaktion: Der gedruckte Ergänzungsband Nummer 9, selbstverständlich gelandet mit einem weiteren sehr charmanten Schreiben von Herrn Golombek: „Ihre Bewerbung hat einen Preis nur sehr knapp verfehlt. Ich … ermutige Sie, sich und der Jury eine neue Chance zu geben.“ Na, schau’n mer mal, würde der Kaiser sagen. Irgendwie fühlt man sich ja doch geehrt, auch wenn es zur Würde eines Preisträgers nicht ganz gereicht hat. Aber Preis hin oder her – das Projekt „von Null auf 0,5“, in dessen Zuge ich unvergleichliche und unvergessliche Wochen als sportelnder Journalist erlebt habe, sind ja sowieso viel mehr wert als jeder Preis.Gerd Braun

Außerdem
Ein fast preisgekrönter Ex-Sportredakteur mit seinem im Zuge des Konrad-Adenauer-Preises 2013 dokumentierten Fußball-Projekt „von Null auf 0,5“. Bild: Kuball

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11.11.2014, 12:00 Uhr

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