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Stationen aus einem engagierten Leben

Ausstellung im Museum in Freudenstadt erinnert an das Wirken des Ehrenbürgers Hermann Saam

Man muss im Stadthaus schon bis in den vierten Stock steigen, um die Sonderausstellung über Leben und Werk von Hermann Saam, von 1948 bis 1955 Bürgermeister in Freudenstadt, zu sehen. Selbst, wenn die Ausstellung nicht groß ist – der Weg dorthin lohnt sich allemal.

29.10.2012
  • hannes kuhnert

Freudenstadt. Denn Hermann Saam war ein bedeutender Mann und Politiker, der den Wiederaufbau der Stadt Freudenstadt maßgeblich vorangetrieben hat.

So würdigte Erwin Reichert, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins, bei der Eröffnung der Ausstellung den Diplomaten Saam. Ruth Dörschel vom Stadt- und Kreisarchiv und Reichert hatten die Ausstellungsstücke nach Gesprächen und Besuchen bei den Hinterbliebenen des Ehepaars Saam zusammengestellt. Einige sind Leihgaben der Tochter Ilona Thanello, andere Dokumente gehen in den Besitz des Museums über. Der anwesenden Spenderfamilie galt ein besonderer Dank. Dieser gebührte auch der Volksbank und der Kreissparkasse, die die Ausstellung finanziell unterstützen.

Reichert begrüßte zur Ausstellungseröffnung auch Bürgermeister Gerhard Link sowie die Volksbankvorstände Reinhold Haschka und Dieter Walz. Link sprach namens der Stadt seine Anerkennung aus, dass Museumsverein und Kreisarchiv mit großem Respekt an die Zeit des Hermann Saam erinnern.

Ruth Dörschel hatte wichtige Daten aus dem Leben von Hermann Saam herausgearbeitet. 1910 in Neckarsulm als Sohn eines Eisendrehers geboren, packte den sprachgewandten Mann schon in jungen Jahren die Reiselust, die ihn in alle Welt führte. Er arbeitete für das Auswärtige Amt in Rio de Janeiro, war Kurier und hatte als solcher sowohl in Russland als auch später in den USA die deutsche Kriegserklärung zu übergeben, was ihm prompt Haft und späteren Austausch einbrachte. 1948 wurde er als Kandidat der Freien Wähler Bürgermeister in Freudenstadt, war Mitglied im Kreisrat, Abgeordneter der FDP im Landtag und Bundestag und wurde 1955 mit dem großen Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet. Dann zog es ihn wieder in den diplomatischen Dienst. Saam war in Afrika, wie seine Bestallungsurkunden von Togo und der Goldküste beweisen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Von 1960 bis 1974 war Saam schließlich Bürgermeister in Bad Wildbad. Diese Stadt verlieh ihm ebenso wie Freudenstadt die Ehrenbürgerwürde. 2005 starb Hermann Saam hochbetagt in Bad Wildbad.

Die kleine Ausstellung, die noch bis Anfang Januar zu sehen ist, erinnert an manche Station eines erfüllten Lebens, manche Erinnerungsstücke und Ehrenzeichen sind zu sehen. Darunter sowohl eine Büste des Künstlers David Fahrner als auch einen Pflasterstein vom Freudenstädter Marktplatz, den Saam zum 90. Geburtstag von Oberbürgermeister Hans H. Pfeifer geschenkt bekommen hatte.

Ausstellung im Museum in Freudenstadt erinnert an das Wirken des Ehrenbürgers Hermann Saam
Erwin Reichert und Ruth Dörschel haben die Sonderausstellung zur Erinnerung an den Freudenstädter Ex-Bürgermeister und Ehrenbürger Hermann Saam im Stadthaus zusammengestellt. Bild: rt

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29.10.2012, 12:00 Uhr

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