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Scarlett Johansson nackt ohne Perlenohrring

Ausstellung mit Malerei und Zeichnungen von Joachim Kupke ab Samstag im Wasserschloss

Jan Vermeer ist ein großes Vorbild für Joachim Kupke. In den eigenen Werken nimmt der Sindelfinger oft Bezug auf den holländischen Barockmaler – allerdings kombiniert der 67-Jährige alte Meister mit aktuellen Gesichtern aus Zeitschriften oder Werbeprospekten. Unter dem Titel „Kate Moss in Delft“ wird am Samstag im Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt eine Ausstellung mit rund 30 Werken von 1972 bis 2014 eröffnet.

29.08.2014
  • cristina priotto

Glatt. Die Lippen von Kate Moss sind aus der Werbung bekannt, das Ölgemälde „Bei der Kupplerin“ hingegen haben in erster Linie Jan Vermeer-Bewunderer vor Augen. In Glatt fixiert das gemalte Model den Betrachter vor dem Hintergrund eines Ausschnitts des Vermeer-Bildes. Was aussieht wie eine Collage, ist ein perfekt fotorealistisches Moss-Portrait, das den Titel „Kate Moss in Delft“ trägt.

Künstler Joachim Kupke versteht seine Ölgemälde als „ironische Entgegnung auf den holländischen Maler“ und bezeichnet die gemalten Collagen als „Peintage“, eine Wortneuschöpfung aus dem französischen Wort „peinture“ für Gemälde und dem Begriff Collage.

Im Fürstensaal des Wasserschlosses hängt eine aktuelle Serie, die von der künstlerischen Auseinandersetzung des Sindelfinger Malers mit Vermeer zeugt. Besonders fasziniert hat den 67-Jährigen der Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, der fiktiv über das Hausmädchen des niederländischen Meisters berichtet. In der Verfilmung von Peter Webber spielte Scarlett Johansson die Hauptrolle. In Kupkes Bild posiert die Schauspielerin in Anlehnung an Mel Ramos‘ Pop-Art-Bilder in erotischer Pose vor der Kulisse von Vermeers Werk „Der Liebesbrief“.

Roy Lichtenstein zitiert der Maler in den Darstellungen Marilyn Monroes, während sich die Frau aus Vermeers „Allegorie des Glaubens“ in einem Bild Joachim Kupkes auf die „Campbell“-Dosen von Andy Warhol stützt.

Der Fürstensaal hat den Künstler aus Sindelfingen, der seit vielen Jahren mit Ausstellungs-Initiator Norbert Stockhus befreundet ist, auf Anhieb begeistert, weil sich aus dem Zusammenspiel zwischen der Stuckarbeit an der hinteren Wand und den modernen Bildern mit altmeisterlichen Anspielungen ein spannender Dialog ergibt.

Die Bleistiftzeichnungen aus den 1970er-Jahren in der Galerie, inspiriert etwa von Canaletto und Werbeprospekten, nennt der Maler bescheiden „meine Anfänge“, doch zu sehen ist fotorealistische Perfektion in Schwarz-Weiß.

Im hinteren Raum sind Fantasie-Landschaften mit merkwürdigen Verfremdungen zu sehen, etwa ein Seiltänzer, der vor einer hügeligen Kulisse gegen eine Mauer läuft, diesmal inspiriert von Romantikern und altdeutschen Malern.

Etwas ganz Besonderes stellen die „Korrekturen“ im kleinen Zimmer dar: Dabei handelt es sich um Originalradierungen, -serigraphien oder -lithographien bekannter Künstler. Mit diesen Bildern möchte der Künstler den Originalitätsbegriff hinterfragen. In diese Reihe passt auch die „Allegro“-Serie mit veränderten Katalogseiten von der Biennale 1988.

Trotz der spielerischen Freude an Zitaten anderer Maler setzt Joachim Kupke beim Betrachter nicht zwingend eine kunsthistorische Bildung voraus und wünscht sich, dass seine Werke auch ohne Erläuterung bestehen. Dies ist zweifellos der Fall – doch mit Erklärung eröffnen sich weitere Sichtweisen.

Info Die Ausstellung wird am Samstag, 30. August, um 18 Uhr im Fürstensaal eröffnet. Zur Einführung spricht Barbara Bergmann.

Ausstellung mit Malerei und Zeichnungen von Joachim Kupke ab Samstag im Wasserschloss
„Peintage“ nennt Joachim Kupke seine Vorgehensweise, Werke als Kombinationen aus Gemälden (französisch „peinture“) und Collagen zu gestalten. Das Bild im Hintergrund trägt den Titel „Allegory of faith (Geertruyt Soup)“. Bild: cap

Geboren wurde Joachim Kupke im Jahr 1947 in Sindelfingen.

Ein Studium an der Werkkunstschule Merz in Sindelfingen absolvierte Kupke von 1965 bis 1967.
Ein weiteres Studium schloss sich von 1967 bis 1972 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart an.

Als freischaffender Künstler ist Kupke seit 1972 tätig, 1981 erhielt der Maler ein Stipendium der Stadt Sindelfingen.

Dem Künstlerbund Baden-Württemberg trat Joachim Kupke im Jahr 1980 bei.

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29.08.2014, 12:00 Uhr

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