Vielfarbig, aber nicht bunt

Ausstellung von Ulrich Wilhelm Röpke in der Klostergalerie

„Eigentlich ist es ärgerlich, dass meine Bilder auf Fotos immer so flach sind“, stellt Ulrich Wilhelm Röpke geknickt fest. Ärgerlich ist das, weil die besondere Technik des Kölner Künstlers dadurch gar nicht zur Geltung kommt.

20.02.2015

Von Philip Ziegler

Horb. Der gebürtige Hannoveraner eröffnet am kommenden Sonntag, 22. Februar, seine Ausstellung „Der durchdringende Blick? in der Galerie im Kloster am Marktplatz. In vier Ausstellungsräumen stellt er 20 ausgewählte Bilder aus, die ab 2008 entstanden sind. Als „Another Spirit in Painting? bewirbt der Maler seine Kunst auf seiner Internetseite.

Das Geheimnis seiner Technik: Röpke malt dreidimensional. Mit großen Farbmengen häuft er zum Beispiel kleine Farbwulste auf. Doch Röpke variiert gerne. Wie eine Collage aus verschiedenen Maltechniken wirken seine Bilder. „Sie entfalten ihre Wirkung erst, wenn man vor Ihnen steht?, stellt Ursula Bähr vom Kunstverein Oberer Neckar fest. Röpkes Malerei lässt sich nur schwer einer etablierten Kunstströmungen zuordnen. Impressionistisch, zuweilen fast ab strakt, aber immer außergewöhnlich.

Röpke hat Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig studiert und malt seit seinem 16. Lebensjahr in Öl. Als er in Stuttgart 1998 den internationalen Syrlin-Kunstpreis gewann, habe er erkannt, dass die Region für seine Werke zugänglich sei.

Der Titel der Ausstellung „Der durchdringende Blick? scheint zunächst nicht zu halten, was er verspricht. Die Figuren auf Röpkes Bildern schauen dem Betrachter meist gar nicht in die Augen. Tatsächlich solle nämlich der Betrachter die Bilder mit seinem Blick durchdringen, so Röpke. Ziel sei es, dass man in die Bilder gesogen wird. „Doch umso näher man ihnen kommt, umso weniger erkennt man?, erklärt Röpke. Grelle, intensive Farben sollen vom Betrachter Besitz ergreifen. Dabei wirken die Bild nicht bunt, sonder viel mehr vielfarbig.

Die Motive provozieren ? bewusst, denn laut Röpke werde dadurch die anziehende Wirkung seiner Werke unterstrichen. Das Bild „Studie zu einem Pinkler 2? zeigt Jesus, der vor seinem Kreuz am Berg Golgatha uriniert. Dabei wird eine Bedeutung suggeriert, die nicht vorhanden ist, so Röpke. Hauptsache, der Betrachter wird aufmerksam. Um bloße Effekthascherei gehe es aber nicht..

Etwa die Hälfte seiner Werke sind Hommagen an Bilder aus der Kunstgeschichte: „Ich bin der Meinung, dass es schon genug Motive gibt, jetzt kann ich nur noch an der Umsetzung feilen?, erklärt er. Sechs Wochen arbeitet er im Schnitt an einem Bild. Hauptberuflich ist er Zahnarzt. Brotlose Kunst ist seine Malerei aber nicht: Mehr als 8000 Euro bezahlt der Kenner mittlerweile für ein Original.

„Ziel ist es, in jedem Bild eine innere Sinnlichkeit zu erreichen?, erklärt der Künstler. Sinnlichkeit ist auch ein Wort, dass Barbara Jäger für seine Kunst findet. Als Teil des Kunstbeirats des Kunstvereins Oberer Neckar hat sie Röpke nach Horb geholt. „Er ist zwar nicht der einzige Künstler mit innovativer Maltechnik, aber seine Zitate aus der Kunstgeschichte heben die Malerei auf eine neue Ebene.?

Siehe auch die Bilderseite rechts

Salvador Dali 1986 (2009). Dieses und 19 weitere Bilder sind Teil von Ulrich Wilhelm Röpkes Ausstellung in der Kunstgalerie im Kloster. Bild: Kuball

Was: „Der durchdringende Blick?, eine Ausstellung von Ulrich Wilhelm Röpke, Kölner Künstler, mehrfach ausgezeichnet

Wann: Vom 22. Februar bis zum 29. März,
Geöffnet samstags und sonntags von 14-18 Uhr,
Vernissage am Sonntag um 11 Uhr.
Wo: Galerie im Kloster,
im 2. Stock des ehemaligen Franziskaner-Klosters, Horber Marktplatz 28

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Erstellt:
20. Februar 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2015, 12:00 Uhr

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