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Auto-König außer Dienst
„Automanager des Jahrhunderts“: Ferdinand Piëch. Foto: dpa
Volkswagen

Auto-König außer Dienst

Der große Patriarch Ferdinand Piëch wird 80 Jahre alt. Seine Macht hat er in den letzten Jahren verloren.

11.04.2017
  • DPA

Wolfsburg. Es dürfte ein stiller Geburtstag werden. Ferdinand Piëch, der Porsche-Enkel und langjährige Patriarch des Weltkonzerns Volkswagen, wird am Ostermontag 80 Jahre alt – aber große öffentliche Feiern sind nicht geplant. Piëch dürfte dazu auch nicht in der Stimmung sein. Denn zu viel ist passiert in den vergangenen zwei Jahren. Der „Automanager des Jahrhunderts“ ist Geschichte bei Volkswagen – lange Zeit völlig unvorstellbar.

Den Ausbau des VW-Imperiums sah Piëch als eine Art Lebenswerk. Lange Zeit regierte er erfolgreich von seinem Wohnort Salzburg aus, er war die oberste Instanz, ein VW-„König“. Der „Alte“ wurde er genannt. Doch das Kapitel ist beendet, nach heftigen internen Machtkämpfen. Denn Piëch ist praktisch raus aus VW und der Dach-Holding Porsche SE. Er verkaufte den weitaus größten Teil seines milliardenschweren Aktienpakets, vor allem an seinen jüngeren Bruder Hans Michel Piëch (75). Er ist der neue starke Mann im Familienclan.

Vor fünf Jahren war das noch ganz anders – als Ferdinand Piëch 75 wurde. 2012 war das, Volkswagen eilte von Rekord zu Rekord. Piëch feierte seinen Geburtstag als Firmenpatriarch mit vielen Gästen in einem Nobelhotel in Dresden. Wenig später, bei der Hauptversammlung, wurde seine Ehefrau Ursula in den VW-Aufsichtsrat gewählt, Piëch selbst vom Gremium für fünf weitere Jahre im Amt als Aufsichtsratschef bestätigt – VW als Dynastie.

Sein Ziel war es immer, Volkswagen zur Nummer eins in der Welt machen. „Ich bin nicht gern Zweiter“, sagte Piëch einmal in einem Interview. Er war der mächtigste Mann bei VW. Ein Kleinanleger brachte es bei einer Hauptversammlung auf den Punkt: „Göttervater“. 1999 wählte ihn eine internationale Fachjury zum „Automanager des Jahrhunderts“.

Das ist Geschichte. Das Verhältnis zwischen Piëch und den Spitzen bei VW und Porsche SE ist zerrüttet. Zum Geburtstag allerdings schlägt VW versöhnliche Töne an. „Ferdinand Piëch hat das Automobil, unsere Industrie und den Volkswagen-Konzern in den vergangenen fünf Jahrzehnten maßgeblich geprägt“, sagte ein VW-Sprecher. dpa

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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