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Vernetzter Verkehr

Auto der Zukunft sieht, was der Fahrer nicht sieht

Weniger Unfälle, weniger Staus und auch noch Geld sparen: Ein Pilotprojekt zeigt, wie vernetztes Autofahren geht. Die Beteiligten sind begeistert.

10.11.2015
  • DPA

Pfaffenhofen Das Auto kann durch den vorausfahrenden Lastwagen schauen, über die nächste Kuppe blicken und es weiß sogar, wenn ein anderes Fahrzeug zum Überholen ansetzen will. Auf der Autobahn 9 zwischen München und Nürnberg ist diese Zukunftsvision heute schon Wirklichkeit - bei einem Pilotprojekt, das Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern zusammen mit Forschern und Managern vorstellt.

Ein Auto steckt zwischen zwei Lastwagen und will auf die Überholspur wechseln. Der Fahrer will den Blinker links setzen, da erscheint auf einem Display sofort die Warnung: "Spur halten!" Der Grund: Auf der Überholspur nähert sich rasch ein anderes, im Spiegel noch gar nicht sichtbares Auto. Und im überholenden Fahrzeug erscheint im selben Augenblick die Warnung: "Abbremsen!" Erst danach entdeckt der Fahrer das Auto zwischen den beiden Lastwagen.

Das kann kein Sensor und keine Kamera leisten: Die Autos stehen über Mobilfunk in Verbindung, erklärt Professor Rudi Knorr vom Fraunhofer-Institut ESK. Ob sie blinken, die Spur wechseln oder bremsen - in zehn Millisekunden werden die Daten an einen Computer im nächsten Mobilfunkmast gesendet und dort mit den Daten der anderen Autos in der Umgebung abgeglichen.

Ein anderes Beispiel: Hinter ein Kuppe bremsen Fahrzeuge wegen eines Staus ab. Die Fahrer der einige hundert Meter entfernt nachfolgenden Autos können die Bremslichter noch nicht sehen - aber auf den Displays erscheint bereits die Warnung. "Der Blindflug des Autos wird auf knapp einen Meter verkürzt", sagt Knorr begeistert.

Und wenn ein schlechter Autofahrer zu dicht auffährt und ständig zwischen Gas- und Bremspedal wechselt? Dann werden die Fahrer der nachfolgenden Autos nicht mit unnötigen Warnungen zugemüllt: "Die Daten werden bewertet, nur wichtige Daten werden an andere Autos weitergegeben", erklärt Knorr. In zehn Jahren etwa, schätzt der Professor, könnte das Ganze serienreif sein.

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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