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Autofahrer bleiben unbeeindruckt
Trotz Feinstaub-Alarms war auf Stuttgarts Straßen in den vergangenen Tagen viel los. Foto: dpa
Bilanz

Autofahrer bleiben unbeeindruckt

Bis Dienstagabend galt in Stuttgart Feinstaub-Alarm. Auf den Straßen machte sich das kaum bemerkbar.

02.11.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Mit dem Slogan „Stuttgart packt's an“ ist Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) in die zweite Feinstaub-Alarm-Saison gestartet. Die vorläufigen Zahlen, die nun zum ersten Alarm in diesem Herbst, der am Dienstagabend zu Ende gegangen ist, vorgelegt wurden, sind hingegen ernüchternd: Das Verkehrsaufkommen habe sich mit einem Rückgang von zwei bis drei Prozent kaum verändert, teilte der Leiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale, Ralf Thomas, mit.

Am ersten Tag des Alarms vergangenen Donnerstag war der Verkehr an neuralgischen Punkten gezählt worden. „Absolut wissen wir aber nicht, wie viele Autofahrer tatsächlich umgestiegen sind“, so Thomas weiter. Der Verkehr sei keine statische Größe, sondern Tag für Tag von vielen Faktoren abhängig. Ein eindeutiger Vergleich sei daher schwierig. Die Zwischenbilanz passt indes zu den Verkehrszählungen während der ersten Alarm-Periode von Januar bis April 2016, in der im Schnitt fünf Prozent weniger Autos im Kessel registriert wurden.

EU-Grenzwert gerissen

Immer noch zu viel Verkehr bedeutete in den vergangenen Tagen auch erhöhte Feinstaub-Werte. Während des Alarms – ab Mittwoch sollten Komfort-Kamine nicht mehr angeheizt werden, ab Donnerstag Autofahrer auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen – wurde der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zweimal gerissen: Am Donnerstag wurde an der belasteten Messstelle am Neckartor eine Konzentration von 66, am Freitag von 58 festgehalten. Das macht bis Ende Oktober 36 Überschreitungstage, erlaubt sind aber nur 35 pro Jahr. Im Vergleichszeitraum 2015 seien es hingegen schon 49 Überschreitungstage gewesen, versuchte Kuhn zu relativieren: „Wir sind besser geworden, aber noch nicht am Ziel.“ So oder so dürfe es jetzt nicht egal sein, wie viele Überschreitungstage am Ende des Jahres gezählt würden, man müsse um jeden Tag kämpfen. Die gemessenen Werte lägen nur knapp über dem Grenzwert. „Jede Autofahrt kann sich daher bemerkbar machen.“

Kuhn: Prognose war richtig

Als Erfolg verbucht der Rathauschef den Kriterienkatalog, auf dessen Grundlage der Feinstaub-Alarm ausgerufen wird. Die Wettervorhersage habe ein Ansteigen der Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid erwarten lassen – und an zwei Tagen sei es dann tatsächlich so gekommen. Zwischendurch war die Messstation ausgefallen gewesen. Für den Sonntag lieferte sie wieder Werte, die bei 26 Mikrogramm lagen, am Montag waren es 37 Mikrogramm.

Ab dem heutigen Mittwoch soll sich das Austauschvermögen der Atmosphäre in Stuttgart verbessern, weshalb der Alarm gestoppt wurde. Doch nach dem Alarm ist vor dem Alarm. Um die drohenden Fahrverbote in Stuttgart und Strafzahlungen abzuwenden, setzt Kuhn weiter auf das Instrument – und hofft auf ein Umdenken der Pendler. Dominique Leibbrand

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02.11.2016, 06:00 Uhr

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