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Bosch sucht 160 Ingenieure

Automobilelektronik legte 2011 um neun Prozent zu

Der Umsatz von Bosch im Bereich Automobil-Elektronik ist 2011 weltweit um neun Prozent und damit stärker als erwartet gestiegen, erklärten Vertreter des Weltkonzerns gestern beim Standortgespräch in Reutlingen. Für 2012 kündigten sie einen verhaltenen Ausblick an.

12.07.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Die Planbarkeit von Wachstum und Umsatz nehme ab, gleichzeitig mache die zunehmende Unsicherheit wegen der europäischen Staatsschuldenkrise Sorgen, erklärte Andreas Fischer, als Mitglied des Bereichsvorstands Automobilelektronik für den kaufmännischen Bereich zuständig. Umsatz-Zahlen speziell für den Standort Reutlingen, den Sitz des Geschäftsbereichs Automobil-Elektronik, wurden nicht genannt. Die Flexibilität – und damit das Bosch-Motto „schneller besser werden“ – werde zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Bosch habe allerdings aus der Krise 2008/09 gelernt und sei deutlich wachsamer.

Im Bereich Automobilelektronik beschäftigt Bosch weltweit 21 700 Mitarbeiter. In Reutlingen hat das Unternehmen 7200 Arbeitnehmer, darunter 1800 Frauen. 4500 produzierende Beschäftigte sind in den beiden Fertigungs-Werken Tübinger Straße in Reutlingen und in Kusterdingen angestellt, 2700 Mitarbeiter hat Bosch Reutlingen in Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb.

Nach wie vor meldet Bosch in Reutlingen großen Bedarf an Elektronik-Ingenieuren. „Wir suchen derzeit dringend 160 Ingenieure. Dabei sind wir weltweit aktiv“, betonte Fischer. Dagegen werde es von den 250 befristeten Stellen gegen Ende des Jahres nur noch 100 geben, kündigte Joachim Siedler, Hauptreferent der Unternehmenskommunikation in Hildesheim, an.

2011 investierte der Geschäftsbereich Automobilelektronik alleine am Standort Reutlingen 110 Millionen Euro in Maschinen und Einrichtungen. Für das laufende Jahr seien Investitionen in gleicher Größenordnung geplant, erläuterte Fischer.

Markus Schmidt, im Bereichsvorstand Automobilelektronik für den Vertrieb zuständig, verwies auf die Gefahren durch gestiegene Volatilität und Schwankungen der Märkte. „Die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeuge bietet aber auch neue Geschäftschancen bei der Leistungselektronik“, sagte er. „Wir müssen auch mehr ins Internet mit unseren Diensten.“

Zusätzlich zum Kerngeschäft Automobilelektronik erweitere Bosch seine technische Kompetenz – etwa durch Sensoren außerhalb der Kraftfahrzeugtechnik. Schmidt verwies dabei auf die Weltmarktstellung von Bosch bei den Mikromechanischen Sensoren für den Konsumentenmarkt, die etwa in Mobiltelefonen eingesetzt werden, sowie auf den Produktbereich Elektro-Fahrräder (E-Bikes) und das 2011 gegründete Unternehmen Bosch Power Tec zur Entwicklung von Photovoltaik-Wechselrichtern.

So habe Bosch viel in die Entwicklung von Batterien für Elektro-Autos investiert und in diesem Bereich stark aufgeholt. „Wir erlangen wichtige Erkenntnisse von den E-Bikes“, betonte Schmidt. Bosch lerne von diesen neuen Gebieten, erklärte auch Siedler, „das führt zu einer breiteren Zukunftsfähigkeit für Reutlingen.“

Schmidt skizzierte, dass der Geschäftsbereich Automobilelektronik stark wachsen solle – allerdings außerhalb Europas. „Schwerpunkte sind Nordamerika und vor allem Asien mit 20 Prozent“, sagte er. Derzeit habe der Bereich Automobilelektronik 2600 Mitarbeiter in Asien, „das wird deutlich zunehmen“, kündigte Schmidt an. Er betonte auch, dass sein Unternehmen in Wachstumsmärkten vor Ort so stark wie möglich präsent sein müsse. Das sei ein zusätzliches Geschäft. „Für das werden hier in Reutlingen die Standards für Qualität und Produktion definiert“, betonte Siedler.

Dazu brauche Bosch international orientierte und ausgebildete Mitarbeiter, erklärte Ingrid Peters von der Personalleitung. Derzeit bildet das Unternehmen zusammen mit der Hochschule Reutlingen 42 Studierende selbst aus. Beim „Kampf um die Talente“ gehe Bosch auch intensiv an die Hochschulen und baue die Kooperation mit Schulen aus. Im starken Bemühen um weiblichen Nachwuchs arbeitet die Firma etwa mit der Rottenburger Schule Sankt Klara zusammen. Der Frauenanteil sei mit 35 Prozent in Reutlingen sehr hoch, sagte Peters. Doch für das Ziel, Ende des Jahres 15 Prozent Frauen in Führungspositionen zu bekommen, müsse Bosch noch etwas tun: Derzeit sind es erst knapp über zehn Prozent.

2011 sei auch das Jahr der Mitarbeiterbefragung gewesen, erklärte Andreas Fischer vom Bereichsvorstand Automobilelektronik. „Die Ergebnisse bestätigen, dass auch unseren Mitarbeitern diese Befragung wichtig ist“, sagte er. So hätten 90 Prozent der Reutlinger Belegschaft daran teilgenommen. „Positives Ergebnis war der Spaß an der Arbeit, schwach ist die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern bewertet worden“, berichtete Fischer. „Das müssen wir aufgreifen, denn wir hören auf das, was unsere Mitarbeiter sagen.

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12.07.2012, 12:00 Uhr

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