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Tiefbau

Autos erobern wichtigste Radlerroute der Stadt

Wegen Arbeiten am Österreichischen Platz soll der Verkehr umgeleitet werden. Doch es regt sich Protest.

09.03.2018

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Die Umleitung wird zusätzlichen Verkehr auf die Radstraße bringen. Foto: Ferdinando Iannone

Stuttgart. Die Landeshauptstadt steuert auf die nächste Großbaustelle zu. Die aufgeständerte Straßenkonstruktion am Österreichischen Platz muss saniert werden. Das Rondell von 1961 hat Schäden am Belag, der Abdichtung und am Beton. In diesen Sommerferien sollen die umfangreichen Arbeiten am Knoten zwischen dem Einkaufszentrum Gerber, der Paulinenbrücke und der B 14 in Richtung Heslacher Tunnel starten. Zwei weitere Bauabschnitte werden folgen. Sie sollen im Kern in die Sommerferien 2019 und 2020 fallen.

Doch es regt sich Widerstand gegen das Umleitungskonzept. Da während der Bauuzeit das Abbiegen von der Paulinenbrücke auf die B 14 nicht möglich sein wird, soll der Verkehr über die Marien-, die Silberburg-, die Tübinger und die Cottastraße rollen. Durchfahrtsperren an der Tübinger Straße müssten aufgehoben werden, auch, um Parkhäuser zu erreichen. Dort wurde jedoch vor nicht allzu langer Zeit eine verkehrsberuhigte Fahrradstraße eingerichtet – als Teil der Hauptradroute 1 von den Fildern zum Neckar. Die Radfahrerlobby protestiert gegen die Pläne, selbst wenn die Verwaltung betont: „Alle möglichen Umleitungen sind nur temporär.“

Die Gruppe Zweirat hat zur Demo an diesem Samstag aufgerufen. „Drei Sommer ohne Fahrradstraße, da machen wir nicht mit“, heißt es, daher sollen um 14?Uhr Gegner der Pläne in Trauerkleidung einen symbolischen Sarg begleiten. Unterstützt wird der Protest von den Verkehrsclubs ADFC und VCD sowie von Greenpeace. Der ADFC hat die Planungen als „nicht tragbar“ bemängelt und Stadt und Gemeinderat aufgefordert, eine bessere Lösung zu suchen. Immerhin sei die Tübinger Straße gerade im Sommer stark frequentiert.

Im Gemeinderat teilen einige Fraktionen die Kritik. Die SÖS-Linke-Plus fordert eine Alternative, die Grünen äußerten ihre „Sorge um die Fahrradstraße“. Sie brachten eine andere Route ins Spiel. Die Ideen will man sich im Rathaus „sehr genau“ anschauen, heißt es in einer Stellungnahme. Man werde „umgehend melden“, wenn die Experten sich für die beste Variante entschieden haben. Caroline Holowiecki

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Erstellt:
9. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
9. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. März 2018, 06:00 Uhr

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