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Acht Schwerverletzte bei Mössingen

B27: Mutter und Sohn kommen bei schwerem Unfall ums Leben

An der Ofterdinger Steige erkannte eine 42-Jährige aus dem Zollern-Alb-Kreis am Montagnachmittag das Ende eines Staus zu spät. Ihr Wagen wurde in den Gegenverkehr geschleudert. Dabei kamen die Frau und ihr zehnjähriger Sohn ums Leben. Vier weitere Kinder, die mit im Auto saßen, wurden schwer verletzt, ebenso zwei Kleinkinder in einem weiteren Wagen.

31.10.2016
  • job
B27: Mutter und Sohn kommen bei schwerem Unfall ums Leben Der brennende Mercedes wurde von der Mössinger Feuerwehr gelöscht. Bild: Franke

Sehr unübersichtlich sei die Unfallstelle gewesen, als er mit seinen Kameraden eintraf, berichtet Patrick Flammer, Pressesprecher der Mössinger Feuerwehr. Er spricht von einem „Trümmerfeld“. Vier Autowracks standen auf der Straße, eines in Flammen. Der Rettungsdienst war bereits damit beschäftigt, eine Schwerverletzte zu reanimieren. Ein Teil der Feuerwehrleute löschte das brennende Auto, andere unterstützten die Sanitäter bei der Erstversorgung von Verletzten.

Auf der B27 zwischen Ofterdingen und Bad Sebastiansweiler war es am Montag zu einem der schwersten Unfälle seit Jahren im Kreis Tübingen gekommen. Eine Frau aus dem Zollernalbkreis und ihr Sohn kamen dabei ums Leben. Die 42-Jährige war am Nachmittag mit ihrem VW-Caddy von Ofterdingen Richtung Balingen unterwegs. Mit ihr im Auto saßen fünf Kinder zwischen zwei und zehn Jahren. Eines davon war ihr zehnjähriger Sohn.

Gegen 17 Uhr übersah die Frau dann nach Angaben der Polizei, dass sich gegen Ende der vierspurig ausgebauten Strecke vor Bad Sebastiansweiler der Verkehr staute. Sie versuchte noch, den Zusammenstoß mit dem Stauende zu vermeiden, in dem sie ihren Wagen auf die linke Spur zog. Obwohl sie scharf bremste, krachte sie dann aber dort gegen einen vor ihr wartenden Opel Corsa. Am Steuer saß ein 40-Jähriger. Der Aufprall war so stark, dass der Corsa mit großer Wucht auf einen Opel Astra krachte, in dem eine Familie mit zwei kleinen Kindern saß. Der voll besetzte VW-Caddy der 42-Jährigen schleuderte durch die Kollision mit dem Corsa nach links auf die Gegenfahrbahn. Dort stieß er frontal in einen entgegenkommenden Mercedes. Der fing Feuer. Geistesgegenwärtig zog eine mutig zu Hilfe eilende Autofahrerin den 56-jährigen Fahrer mit schweren Verletzungen aus dem Fahrzeug, bevor es in Flammen aufging.

Die 42-jährige VW-Fahrerin starb noch an der Unfallstelle. Ihr zehnjähriger Sohn erlag in der Nacht in einer Klinik seinen schweren Verletzungen. Die vier anderen Kinder wurden schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Corsa-Fahrer erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, die in einer Klinik behandelt werden. So erging es auch den beiden Kleinkinder der Familie im Opel Astra. Die Blessuren der Eltern waren dagegen wesentlich leichter.

Der Unfall hätte wohl noch schlimmer ausgehen können, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht vorbildlich reagiert hätten. „Die Ersthelfer haben herausragende Arbeit geleistet“, betont Patrick Flammer. Es sei sehr selten, dass er solchen Einsatz bei Unfällen erlebe. Wie erwähnt, zog eine Frau einen 56-Jährigen aus seinem Auto, bevor es in Flammen aufging. Auch um die 42-Jährige kümmerte sich sofort jemand, genauso um die Kinder. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) bezeichnet Flammer als vorbildlich.

Die Feuerwehr Mössingen war mit mehreren Fahrzeugen und insgesamt 24 Mann vor Ort. Um den Schwerverletzten aus seinem Corsa zu holen, trennten sie das Dach des Autos mit einem hydraulischen Gerät ab. Um auszuschließen, dass weitere Unfallopfer aus ihren Autos geschleudert worden waren, suchte die Wehr die Fahrbahnböschung mit Wärmebildkameras ab. Mitglieder des THWs aus Ofterdingen und Hechingen leuchteten die Unfallstelle mit großen Scheinwerfern aus und unterstützten die Polizei bei der Umleitung des Verkehrs. Während der Unfallaufnahme war die B27 bis 22.25 Uhr in beide Richtungen voll gesperrt.

Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde durch die Polizei ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Verkehrspolizei Tübingen bittet unter der Telefonnummer 07071/ 972-8510 um Zeugenhinweise.

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31.10.2016, 19:10 Uhr

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