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Karlsruhe

BGH: Nachbarschaftsstreit um Wärmedämmung

Nachbarn in Berlin streiten seit Jahren wegen ein paar Zentimetern - nun ist der Fall beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gelandet.

07.04.2017
  • dpa

Karlsruhe. Zankapfel ist das nachträglich angebrachte Dämmmaterial an der Seitenwand eines Mehrfamilienhauses: Es ragt ein Stückchen über die Grundstücksgrenze. Die Eigentümergemeinschaft würde diese Wand jetzt gerne noch verputzen und streichen. Der Nachbar will aber keinen Millimeter mehr akzeptieren.

Die Karlsruher Richter sehen durchaus grundsätzliche Fragen berührt, wie in der Verhandlung am Freitag deutlich wurde. Ein Berliner Gesetz verpflichtet Grundstückseigentümer zwar, für den Klimaschutz das Dämmen bestehender Nachbargebäude zu dulden. In erster Linie ist dabei aber an Altbauten gedacht, die oft von Grundstücksgrenze zu Grundstücksgrenze reichen. Das Mehrfamilienhaus steht allerdings erst seit Mitte der 2000er Jahre. Die Wärmedämmung hätte also von vornherein mit eingeplant werden können. Möglicherweise protestiert der Nachbar also zurecht. «Zu dieser Interpretation neigen wir», ließ die Vorsitzende Richterin Christina Stresemann durchblicken. Das Urteil soll Mitte Mai verkündet werden. (Az. V ZR 196/16)

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07.04.2017, 15:22 Uhr | geändert: 07.04.2017, 13:12 Uhr

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