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Gericht

Bad Aibling: Signaltechnik war veraltet

Im Prozess um das Zugunglück sagte ein Experte, dass mehrere Faktoren zur Kollision geführt hätten.

22.11.2016

Von LBY

Traunstein. Die Unglücksstrecke der Deutschen Bahn (DB) bei Bad Aibling war nach Expertenmeinung technisch nicht vorschriftsmäßig ausgestattet. Die 1971 elektrifizierte Bahnlinie in Oberbayern hätte signaltechnisch längst nachgerüstet werden müssen, sagte ein Mitarbeiter der Eisenbahnuntersuchungsstelle des Bundes im Prozess um das Zugunglück vom vergangenen Februar aus, bei dem 12 Menschen getötet und 89 verletzt worden waren. Auch das Regelwerk der DB für das Bedienen der Signale sei dort nicht eindeutig genug.

Der 62-Jährige bescheinigte dennoch dem Angeklagten gravierende Fehlentscheidungen am Unglückstag. So habe die vierminütige Verspätung von einem der beiden Züge dem Fahrdienstleiter am Unglücksmorgen keine Abweichung vom Fahrplan für diese Strecke erlaubt. Der Bahnmitarbeiter verlegte jedoch das Kreuzen der Züge auf der eingleisigen Strecke vom Bahnhof Kolbermoor nach Bad Aibling.

Dazu habe der 40-Jährige Signale gestellt, die er nicht hätte setzen dürfen. „Das ist ein eindeutiger Verstoß, das darf er nicht.“ Der Experte sprach von gleich mehreren Fehlern des Angeklagten: „Nach jedem Schritt hätte man eindeutig feststellen müssen, da passt etwas nicht.“ Er sagte aber auch: „Im Störungsfall wird von einem Fahrdienstleiter schon ganz schön was verlangt.“

Zum zweimaligen fehlerhaften Notruf des 40-Jährigen äußerte sich der Sachverständige ebenfalls. Zwar habe der Angeklagte die Regeln für das Absetzen eines Notrufes beachtet, aber die falsche Taste gedrückt. Dadurch kam der Notruf nicht in den Unfallzügen an. Das Urteil fällt am 5. Dezember. dpa

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Erstellt:
22. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. November 2016, 06:00 Uhr

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