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Baden-Württemberger gesünder
Mehr Gesundheit durch Bewegung? Ein Mountainbiker auf einem Waldweg bei Friedrichshafen. Foto: dpa
Niedrigster Krankenstand aller Bundesländer - Frauen öfter beim Arzt

Baden-Württemberger gesünder

Frauen kriegen Depressionen, Männer einen Herzinfarkt? Die Krankenkasse DAK hat jetzt eine Studie vorgelegt, die geschlechtsbedingte Unterschiede bei Krankmeldungen untersucht.

07.04.2016
  • ANDREAS BÖHME

Stuttgart. Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Krankmeldungen ist im Südwesten 2015 zwar erneut gestiegen, aber das liegt auch an der guten wirtschaftlichen Gesamtlage, in der Kuren nachgeholt werden und die Angst, wegen Krankheit den Job zu verlieren, geringer ist. Gleichwohl: Mit einem Krankenstand von 3,5 Prozent ist Baden-Württemberg noch immer das gesündeste Bundesland vor Bayern und Hamburg. Auch die durchschnittliche Dauer einer Erkrankung ist nicht nur auf 11,2 Tage leicht rückläufig, sondern liegt auch fast einen Tag unter dem Bundesdurchschnitt der DAK-Versicherten. Die Krankenkasse hat diese Zahlen ihrem alljährlichen Report vorgestellt. Mit mehr als 320 000 bundesweit ausgewerteten ärztlichen Krankmeldungen gilt die Untersuchung zumindest im Angestellten-Segment als repräsentativ.

Im gewohnten Spektrum bewegen sich die Diagnosen: Ein Fünftel der Erkrankungen geht auf das Muskel/Skelett-System zurück, ein weiteres Fünftel machen Infektionen und Atemwegserkrankungen aus: So spiegelt sich die Grippewelle des vergangenen Jahres wider. Psychische Erkrankungen machen rund 15 Prozent der Fehlzeiten aus, Tendenz steigend. Dabei geht, so DAK-Landeschef Markus Saur, eine wachsende Zahl von Psychotherapeuten einher mit einer wachsenden Zahl von Diagnosen. Deswegen hat sich seit dem Jahr 2000 die Zahl der Fehltage nahezu verdoppelt.

In allen Branchen und durch fast alle Altersstufen hinweg aber gilt: Frauen sind häufiger krank als Männer, im Südwesten seit vielen Jahren um rund neun Prozent. Woran das liegt? Zum einen daran, dass Männer Ärzte sogar noch im Ernstfall scheuen und nicht nur bei den schon traditionell schlecht in Anspruch genommenen Vorsorgeuntersuchungen. Sie gehen im Schnitt viermal jährlich zum Arzt, Frauen sieben Mal. Zum Zweiten: Nur Frauen werden schwanger. Gerade in der Gruppe der 30- bis 34-Jährigen, die das erste oder zweite Kind bekommen, ist die Zahl der Fehltage wegen Schwangerschaftskomplikationen hoch. Komplikationen wie Übelkeit machen dabei allein die Hälfte des Unterschieds bei Krankmeldungen zwischen Frauen und Männern aus. Zum Dritten: Frauen sind anfälliger für Krebserkrankungen (besonders Brustkrebs) im Laufe des Erwerbslebens, die Zahl der Fehltage ist deshalb fast doppelt so hoch wie bei Männern. Auch die kriegen (Prostata)-Krebs, dann aber zumeist erst im Rentenalter, was zu keinen Krankmeldungen in der auf Erwerbstätige bezogenen Statistik führt. Umgekehrt fehlen Männer wegen Herz-Kreislauf-Problemen fast doppelt so oft im Job wie Frauen, erst jenseits der 85 Lebensjahre holen die dann auf - weil die Männer früher sterben.

Zwei Drittel mehr Fehltage gibt es durch Alkoholmissbrauch, männertypisch sind auch Verletzungen, sie machen knapp die Hälfte mehr an Fehltagen aus. Frauen dagegen werden im Südwesten öfter wegen Depressionen krankgeschrieben. Und schließlich: Sind die Kinder krank, meldet sich oft auch die Mutter krank, nur halb so oft der Vater.

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07.04.2016, 06:00 Uhr

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