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Explosiver Fund bei der Aischbachschule

Bagger stößt auf eine Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg

Ein Bagger hat am Montag bei Bauarbeiten an der Tübinger Aischbachschule eine Sprenggranate ausgegraben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst holte das Geschoss aus dem Zweiten Weltkrieg ab.

23.06.2014
  • Hans-Jörg Schweizer

Tübingen. „Ich möchte nicht danebenstehen, wenn sie hoch geht“, sagt Kampfmittelbeseitiger Sven Rasehorn auf die Frage nach der zu erwartenden Sprengwirkung der Granate, die er gerade in seinen grünen VW-Bus geladen hat. Um was für ein Geschoss es sich dabei genau handelt, das weiß der Profi-Feuerwerker vom Kampfmittelbeseitigungsdienst auf Anhieb: eine amerikanische Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg, 90 Millimeter Durchmesser, etwa 40 Zentimeter lang und gefüllt mit ungefähr einem Kilogramm TNT oder TNT-Gemisch.

Bagger stößt auf eine Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg
Rostiges Fundstück voller Sprengstoff: Ein Baggerfahrer hat am Montagnachmittag bei der Tübinger Aischbachschule eine amerikanische Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg ausgegraben.

Die Explosion einer solchen Granate würde einen Krater mit mehreren Metern Durchmesser reißen, schätzt Rasehorn. Doch so weit kam es am Montag nicht: „Diese Granate wurde nie verschossen. Der Zünder war noch gesichert.“ Für die Profis vom Regierungspräsidium Stuttgart war es somit keine allzu große Sache, die Granate ins Auto zu packen und mit in den Sindelfinger Wald zu nehmen, wo der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg stationiert ist.

Dort soll – auch unter Zuhilfenahme von Archivmaterial – genauer geklärt werden, wie das Geschoss eigentlich auf das Gelände zwischen Ammer, Sindelfinger Straße und B 28 gekommen ist und ob man dort vielleicht mit weiteren explosiven Fundstücken rechnen muss. Es handelt sich ja nicht um den Blindgänger einer Fliegerbombe, die von einem Flugzeug abgeworfen wurde, sondern um eine unbenutzte Artilleriegranate.

Hans Schmid, Chef des Baggerfahrers, der bei der Aischbachschule den rostigen Sprengkörper ausbuddelte, hat da eine Theorie: Schmid weiß, dass nach dem Zweiten Weltkrieg der Bereich im Tübinger Westen entlang der Ammer, wo auch seine Baufirma ihren Sitz hat, um etwa einen Meter mit Erdreich und Schutter aufgefüllt wurde. Unter anderem sei wohl auch Weltkriegs-Schutt aus der Stadt verwendet worden. So wie auf dem Gelände der heutigen Aischbachschule.

Kampfmittelbeseitiger Rasehorn hält es ebenfalls für möglich, dass die Granate mit anderem Weltkriegs-Schutt dort abgeladen wurde. 70 Jahre später kam sie nun wieder ans Tageslicht, weil bei der Aischbachschule ein neues Allwetter-Kleinspielfeld gebaut wird. Dazu musste der oberste halbe Meter abgegraben werden. Im Aushub erspähte der Baggerführer dann gegen 16 Uhr die Granate und informierte umgehend die Polizei.

Die war wenige Minuten später vor Ort und sicherte den Fundort. Zu dieser Zeit waren noch viele Schüler auf dem Schulgelände. Kurz nach 18 Uhr rückten dann die beiden Kampfmittelbeseitiger an, die gerade auf der Rückfahrt von einem Einsatz in Ulm waren. Um 19 Uhr am Montagabend war der ganze Spuk vorbei und der Sprengkörper abtransportiert.

Die Experten sagen, es drohe erstmal keine Gefahr mehr. Thomas Zeeb, bei der Stadt Tübingen für die Grünprojekte zuständig, will aber die Ergebnisse der Kampfmittelbeseitiger abwarten, ehe für den neuen Sportplatz der Untergrund verdichtet wird.


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