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Bahn erhöht Ticket-Preise um 1,3 Prozent

Trotz günstigen Sprits und Bus-Konkurrenz: Nach langer Zurückhaltung will die Bahn wieder spürbar mehr für Fahrkarten verlangen.

01.10.2016
  • DPA

Berlin. Kunden der Deutschen Bahn müssen von Mitte Dezember an wieder mehr für ihre Fahrscheine bezahlen. Im Fernverkehr werden Tickets ohne Zugbindung zum Flexpreis – dem früheren Normalpreis – 1,9 Prozent teurer. Durchschnittlich steigen die Preise um 1,3 Prozent, teilte der Konzern mit. Damit wird der Tarif erstmals seit zwei Jahren wieder spürbar angehoben, für die zweite Klasse liegt die letzte große Erhöhung drei Jahre zurück.

„Zu einer stabilen Wirtschaftlichkeit gehört auch, dass wir die Preise anpassen“, begründete Fernverkehrschefin Birgit Bohle den Schritt. Sie versprach den Kunden für 2017 mehr Reisekomfort und mehr Pünktlichkeit. „Die ICE-Flotte wird bis Jahresende komplett mit Wlan ausgestattet werden“, sicherte Bohle zu. In der zweiten Klasse werde das Datenvolumen aber begrenzt sein. Das Limit hänge von Tests ab.

Die Preisrunde zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember liegt deutlich über der Inflationsrate, die im September bei 0,7 Prozent lag. Die Bahn bittet besonders Stammkunden zur Kasse: Streckenzeitkarten werden 3,9 Prozent teurer, die Bahncard 100 verteuert sich um 2,4 Prozent in der zweiten und 2,9 Prozent in der ersten Klasse. Jedoch bleibt der Preis der Bahncards 25 und 50, die 4,6 Mio. Kunden im Portemonnaie tragen, bei 62 EUR und 255 EUR .

„Auch 2017 wird es wieder 19-Euro-Aktionen geben“, kündigte Bohle an. Mithilfe solcher Aktionspreise hatte die Bahn Gelegenheitsfahrer angelockt und ihre Fahrgastzahlen weiter steigern können. Künftig liegt auch die Storno-Gebühr für die Rückgabe eines Tickets bei 19 EUR ; sie steigt um 1,50 EUR .

Erstmals führt die Bahn für den Flexpreis unterschiedliche Tarife an bestimmten Wochenenden ein, zum Beispiel an Pfingsten. Dann kostet etwa die Bahnfahrt Frankfurt-München 103 EUR , am reisestarken Freitag 106 EUR , am folgenden Sonntag 100 EUR . Diese Neuerung wird von Januar bis Dezember 2017 getestet. Die Bahn will erreichen, dass sich Reisende gleichmäßiger verteilen. Die Bahn hatte sich lange mit Erhöhungen im Fernverkehr zurückgehalten.

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01.10.2016, 06:00 Uhr

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