Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Verkehrsbehörden wollen den Durchgangsverkehr beruhigen

Bald hat auch Bühl Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt

Die Schilder sind noch nicht montiert, doch die Entscheidung ist gefallen: Auf der Bühler Ortsdurchfahrt wird der Verkehr auf Tempo 30 gedrosselt.

14.11.2012
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Bei Gesprächen mit der Bühler Bürgerinitiative hatte es Baubürgermeister Cord Soehlke bereits im Sommer angekündigt: Ist die Verkehrssicherheit gefährdet, kann die Stadtverwaltung Tempo 30 anordnen, beschwichtigte Soehlke damals aufgebrachte Anwohner. Sie hatten mit geparkten Autos auf der Ortsdurchfahrt lange Staus provoziert, um auf die Verkehrssituation im Ort aufmerksam zu machen und den schnellen Neubau der B 28 zu fordern.

Nach Gesprächen mit dem Regierungspräsidium will die Stadtverwaltung diese Möglichkeit jetzt nutzen. Am Montag informierte sie im Planungsausschuss darüber, dass auf der Bühler Ortsdurchfahrt von der Einmündung Lehmgrubenweg bis zur Einmündung Knollstraße die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer reduziert wird.

Rote Ampel wird oft ignoriert

Die Schilder sind zwar noch nicht aufgestellt, die verkehrsrechtliche Anordnung noch nicht erlassen. „Doch das ist nur noch eine Formsache“, sagte Bühls Ortsvorsteher Gerhard Neth. Die Tempo-Drosselung begründet die Stadtverwaltung mit einer „besonderen Gefahrenlage“ in Bühl. Links und rechts der Ortsdurchfahrt befindet sich fast ausschließlich Wohnbebauung. Um Schule und Kindergarten, die Bank oder die Läden zu erreichen, müssten die Bühler häufig die Straße überqueren.

Probleme gibt es dabei ausgerechnet am zentralen Übergang, an der Fußgängerampel beim Rathaus. Immer wieder fahren Autos dort bei Rot über die Ampel. Eine 2011 installierte Überwachungsanlage registrierte im laufenden Jahr bereits 320 Verkehrsteilnehmer, die die rote Ampel ignorierten. Das führe zu einer „massiven Gefährdung von Fußgängern“, heißt es in der Information der Stadtverwaltung.

Zudem sei der Straßenverlauf unübersichtlich. Von Tübingen kommend macht die Straße eine Rechtskurve. An der Ausfahrt der Talbachgasse gebe es deshalb immer wieder Beinahe-Unfälle.

Kritisch sei auch die Situation bei der Einmündung der Römerstraße. Dort gibt es ein Seniorenheim, viele ältere Menschen querten die Straße, um den gegenüberliegenden Gehweg zu benutzen. Der sei zudem sehr schmal, sodass die Fußgänger sich durch vorbeirauschenden Verkehr in ihrer Sicherheit beeinträchtigt fühlten.

Eine Verkehrszählung im Jahr 2010 registrierte 14 781 Fahrzeuge in 24 Stunden. Bei dieser immensen Verkehrsbelastung sei damit zu rechnen, dass sich die Unfälle „mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit zukünftig häufen“, so die Stadtverwaltung.

Bühl ist bereits der zweite Ort an einer zentralen Zufahrtsstraße nach Tübingen, auf dessen Ortsdurchfahrt durchgehend Tempo 30 gilt. Unterjesingen hat bereits seit Juli Tempo 30 – allerdings aufgrund hoher Feinstaubwerte.

Hirschau will endlich auch Tempo 30

Auch Hirschau hat Tempo 30 – allerdings nur nachts zwischen 22 und 6 Uhr. Für Ulrich Latus nach der Bühler Entscheidung vollkommen unverständlich. Es sei dramatisch, welche Verkehrsbelastung Hirschau täglich ertragen müsse „Wir benötigen dringend Unterstützung“, sagte Latus – und Tempo 30 für 24 Stunden am Tag.

Bald hat auch Bühl Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.11.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball