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Mineralwasser

Bald sprudelt es nicht mehr

Der Coca-Cola-Konzern in Urbach streicht 85 Arbeitsplätze in Produktion, Logistik und Werkstatt.

10.10.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Urbach. Die in der Region bekannten Mineralwassermarken Urbacher und Schurwald werden im nächsten Jahr aus den Regalen der Super- und Getränkemärkte verschwinden. Denn die Coca-Cola European Partners (CCE), Konzernmutter des Brunnens aus dem Remstal, will die Abfüllung zum 1. Juli 2017 einstellen. Das hat auch für die Belegschaft einschneidende Konsequenzen: In der Produktion und Logistik fallen 69 Arbeitsplätze weg. Weitere 16 Stellen werden in der Werkstatt für Kühler, Automaten und Zapfanlagen am Standort Urbach (Rems-Murr-Kreis) gestrichen, wo neben Mineralwasser auch Coca-Cola und andere Erfrischungsgetränke abgefüllt werden. Der Abfüllkonzern, der erst Ende Mai 2016 durch den Zusammenschluss mehrerer europäischer Abfüller entstanden war, will seine Reparaturaktivitäten an zwei Standorten konzentrieren.

Seit Jahren hohe Verluste

Insgesamt beschäftigt Coca-Cola derzeit noch 324 Mitarbeiter in Urbach. Den Personalabbau und die Aufgabe der Mineralwasserherstellung in Urbach begründet Coca-Cola Deutschland damit, dass Urbacher seit Jahren Verluste im siebenstelligen Bereich einfahre, wie ein Unternehmenssprecher erklärte. Bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten löst die wirtschaftliche Schieflage indes wenig Verwunderung aus. „Coca-Cola hat die Chance nicht genutzt, aus dem regionalen Brunnen etwas zu machen“, sagt der Landesbezirksvorsitzende Uwe Hildebrandt. Es gebe Beispiele in der Region, die zeigten, dass sich regionale Mineralwassermarken wirtschaftlich erfolgreich entwickeln können.

Coca-Cola hatte den Abfüllbetrieb Lachenmaier in Urbach und damit auch das Mineralwassergeschäft 1997 übernommen. Künftig will sich der Erfrischungsgetränkekonzern auf die Wassermarken Apollinaris und Vio sowie den regionalen Brunnen Sodenthaler konzentrieren. Für die Mitarbeiter von Coca-Cola im Großraum Stuttgart sind es nicht die ersten Veränderungen in diesem Jahr. Im August wurde der Logistik-Standort Gomaringen bei Tübingen geschlossen. Dort sind nach Angaben des Unternehmens 32 Stellen gestrichen worden. Der Personalabbau sei aber ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt, betont der Coca-Cola-Sprecher. Dies strebe man nun auch in Urbach an.

Gewerkschafts-Chef Uwe Hildebrandt bezweifelt jedoch, dass dies wegen der vielen wegfallenden Arbeitsplätze gelingen wird. Die Verhandlungen zwischen Coca-Cola und den Arbeitnehmervertretern sollen in den kommenden Wochen starten. Bislang nicht von den Sparmaßnahmen betroffen ist der zweite Abfüllstandort bei Stuttgart in Deizisau (Kreis Esslingen), wo Coca-Cola 262 Mitarbeiter beschäftigt. Veränderungen seien dort derzeit nicht geplant, so der Unternehmenssprecher. Jürgen Schmidt

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10.10.2016, 06:00 Uhr

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