Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Verräterischer Papagei aus "Pippi Langstrumpf"-Film soll eingeschläfert werden

Bangen um Rosalinde aus Taka-Tuka-Land

Im Film "Pippi in Taka-Tuka-Land" ist Papagei Rosalinde ein Spion. Nun ist der mittlerweile 49 Jahre alte Vogel selbst vom Tode bedroht.

08.04.2016
  • SIGRID HARMS, DPA

Malmö. Um Worte ist Rosalinde nicht verlegen: "Du bist ein Kürbis, ein Kürbis", krächzt der dreijährige Papagei, der mit Pippi Langstrumpfs Papa im Turmverlies eingesperrt ist. Nicht, um ihm Gesellschaft zu leisten, nein, um ihn auszuhorchen. Denn Kapitän Efraim Langstrumpf hat einen Schatz versteckt, seine Peiniger hoffen, dass er im Traum ausplaudert, wo.

46 Jahre ist diese Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Astrid Lindgren alt, und Rosalinde - die eigentlich Douglas heißt und männlich ist - verbringt den wohlverdienten Ruhestand in einem kleinen Tropenhaus im schwedischen Malmö.

Doch mit der Ruhe ist s vorbei - die Bürokratie will dem heute 49 Jahre alten Vogel an den Kragen. Das Landwirtschaftsamt findet, der drei Quadratmeter große Käfig, in dem Douglas mit der gleichaltrigen Papageiendame Gojan lebt, sei zu klein. Die Vögel könnten darin nicht fliegen und bräuchten eine Voliere von 30 Quadratmetern. Sonst müssten sie eingeschläfert werden.

Zoodirektor Frank Madsen ist verzweifelt. "So ein Käfig ist nur im Außengelände möglich. Draußen würden sie erfrieren". Normalerweise werde die Ara-Art nicht älter als 28. Dass Douglas nicht mehr fliege, liege nicht am Käfig, sondern an seinem Alter. "Es ist Quatsch, sie umzusiedeln, wenn sie sowieso nur noch drei bis vier Jahre zu leben haben."

Doch der Umzug scheint die einzige Rettung. Denn die Behörden wollten keine individuelle Betrachtung des Falles, so Madsen. Er wandte sich an die Presse. Seit das "Skånska Dagbladet" gestern über die Todesdrohung gegen Douglas berichtete, steht beim Zoodirektor das Telefon nicht mehr still. "Es haben bestimmt schon 100 Leute angerufen. Aus Spanien, aus Norwegen, alle wollen Douglas retten." Doch es sei nicht an ihm, über das Schicksal der Vögel zu entscheiden. Das müssten die Behörden. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", beschwichtigt ein Sprecher des Amtes gestern. "Wir suchen Alternativen."

Madsen würde Douglas am liebsten behalten, denn der Papagei sei wegen seiner Filmkarriere die Attraktion des kleinen Reptilienzoos. Sein Schauspielertalent sei auch heute noch bemerkbar. Er höre auf Anweisungen, könne 50 Wörter sprechen und sogar singen.

Douglas hatte schon einmal Ärger in Schweden. 2003 wollten ihn die Behörden töten, weil er nicht die nötigen Herkunftspapiere hatte. 50 000 Menschen protestierten damals in einer Unterschriftenaktion dagegen, darunter Pippi Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson. Erst als der erste Besitzer den legalen Import 1967 aus Brasilien nachwies, ließ man ihn am Leben.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

08.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball