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Verbrechen

Bankräuber mit Schüssen gestoppt

Nach einem Banküberfall in Empfingen hat sich der Räuber eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert.

27.12.2016
  • zak

„Im Moment fallen Schüsse bei uns vor dem Haus!“ Etwa um 18 Uhr postete das eine Frau aus dem Balinger Stadtteil Engstlatt am Freitagabend auf Facebook. Dazu ein Foto, das sie aus dem Dachfenster ihres Wohnhauses geschossen hat. Es zeigt mehrere Streifenwagen in der Alten Steige in Engstlatt, die im Schein der vielen Blaulichter gespenstisch wirkt.

Die meisten Anwohner sind am Tag vor Heilig Abend zu Hause, ein Vater schnappt seine Kinder weg vom Fenster, andere verschanzen sich in ihren Häusern, verriegeln schnell die Türen. Was genau in der kleinen Wohnstraße vor sich geht, ist in diesem Moment allen Anwohnern noch völlig unklar.

Mit Pfefferspray in die Bank

Die dramatischen Sekunden in der Alten Steige stellen sich später als das Ende einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd heraus: Ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Reutlingen, so die Polizei, überfällt gegen 17 Uhr die Filiale der Volksbank in Empfingen. Er versprüht Pfefferspray, erbeutet ersten Ermittlungen der Polizei zufolge aber kein Geld. Daraufhin ergreift der Mann die Flucht.

Die Polizei leitet sofort eine Großfahndung ein, an der auch ein Hubschrauber beteiligt ist. Dank eines Zeugenhinweises kommen die Beamten dem mutmaßlichen Räuber im weißen Mercedes-Kombi schnell auf die Spur.

Auf der Autobahn werden Beamte auf das Fahrzeug aufmerksam und nehmen die Verfolgung auf. Der Räuber rast mit hoher Geschwindigkeit davon, fährt dann in halsbrecherischer Weise von der Autobahn ab.

„Er fuhr mit extrem hoher Geschwindigkeit weiter in Richtung Balingen“, schilderte Polizeisprecher Michael Aschenbrenner die dramatischen Minuten. In Engstlatt gelingt es den Polizisten, das Fluchtfahrzeug zu stoppen. Beamte griffen zur Schusswaffe und feuerten mehrere Schüsse gegen das Auto ab. Verletzt wurde hierbei niemand – wie es gelang, den Flüchtenden zu überwältigen, ist unter anderem Gegenstand der Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft Hechingen geleitet werden.

Ob die Beamten auf die Reifen des Wagens schossen, um den Tatverdächtigen zu stoppen, oder ihn später an einer erneuten Flucht hindern wollten, weil er nicht aus dem Auto aussteigen wollte, ist bislang nicht bekannt. „Der genaue Geschehensablauf muss noch verifiziert werden und ist Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Aschenbrenner am Freitag.

Auch müssten alle beteiligten Polizeibeamten zunächst vernommen werden, um den genauen Ablauf der spektakulären Festnahme rekonstruieren zu können. In Polizeikreisen war im Laufe des Abends von einer gelungenen Festnahme die Rede.

Angesichts der rücksichtslosen Flucht des Räubers scheinen die Beamten mit dem erfolgreichen Zugriff gar Schlimmeres verhindert zu haben.

Eine halbe Stunde gefesselt

Ermittler der Kriminalpolizeidirektion Rottweil sicherten stundenlang Spuren, die vor allem der Dokumentation des Schusswaffengebrauchs dienen sollen. Der Festgenommene gilt als dringend tatverdächtig. Er wurde abgeführt. „Zuvor saß der Mann bestimmt eine halbe Stunde gefesselt auf der Straße neben seinem Auto“, berichtet ein Anwohner.

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27.12.2016, 01:00 Uhr

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