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Barack Obamas Ode an die Demokratie
Warnt vor Nationalismus und Sektierertum: Obama in Athen. Foto: afp
Grundsatzrede

Barack Obamas Ode an die Demokratie

Der scheidende US-Präsident hält in Athen ein Plädoyer gegen die Politikverdrossenheit in vielen Ländern. Die Globalisierung lobt er, sie müsse aber mehr Menschen erreichen.

17.11.2016
  • GERD HÖHLER

Athen. Es war ein leidenschaftliches Plädoyer, das Barack Obama am Mittwoch vor 1000 Zuhörern im Niarchos-Kulturzentrum in Athen hielt. Und es begann mit einer Reverenz an Griechenland, „diese kleine, große Welt, der wir das wertvollste Geschenk überhaupt verdanken – Dimokratia.“ Obama benutzte das griechische Wort. Wo sonst, wenn nicht hier, hätte er diese Rede halten können – eine Ode an die Demokratie und zugleich ein politisches Vermächtnis des scheidenden US-Präsidenten.

Trotz aller Mängel und Rückschläge sei die Demokratie unersetzlich, sagte Obama. Die Geschichte zeige, dass demokratisch regierte Länder „stabiler, gerechter und erfolgreicher sind“. Die Demokratie sei freilich oft auch schwierig, „vor allem, wenn dein Kandidat nicht gewinnt“, scherzte Obama in Anspielung auf die US-Präsidentenwahl. Der Name Trump fiel zwar nicht, dennoch kam Obama auf seinen Nachfolger zu sprechen: „Unterschiedlicher könnten wir nicht sein“, sagte er, „aber die Demokratie ist größer als jede Einzelperson“. Sorgen angesichts der Wachablösung im Weißen Haus suchte er mit der Versicherung zu zerstreuen: „Wir werden okay sein.“

Anerkennung für die europäische Integration, „eine der größten Errungenschaften in der Menschheitsgeschichte“, verband Obama mit der Warnung vor „Nationalismus, Sektierertum und Stammesdenken“ – eine genauso brandaktuelle Mahnung wie der Appell an die Politik: „Wir müssen klarmachen, dass Regierungen dafür da sind, dem Interesse der Bürger zu dienen, und nicht umgekehrt.“ Obama: „Die Menschen müssen wissen, dass sie gehört werden.“

Der Präsident brach zudem eine Lanze für die Globalisierung, die zu mehr Wohlstand und Bildung geführt habe, forderte aber zugleich eine Kurskorrektur, um „dem tief empfundenen Gefühl der Ungerechtigkeit“ zu begegnen. „Ungleichheit ist die größte Gefahr für unsere Demokratien“, warnte er. Die Vorteile der Globalisierung müssten mehr Menschen erreichen.

Mit Blick auf die Krise in Griechenland lobte Obama die Reformanstrengungen und attestierte „Fortschritte“, stellte aber auch fest, dass noch „erhebliche Herausforderungen bevorstehen“. „In diesem schwierigen Prozess werden wir Schulter an Schulter mit dem griechischen Volk stehen“, versprach er. In Berlin werde er für seine Überzeugung werben, „dass Sparpolitik allein keinen Wohlstand schafft“. Gerd Höhler

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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