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Im dritten Anlauf Musik

Barn Blenders spielen erstes „richtiges“ Konzert

Es war ein lauschiger Samstagabend im Hof des Gomaringer Schlosses: Die aus dem Musikverein Gomaringen hervorgegangene Soulband Barn Blenders gab vor gut 70 Zuhörern ihr erstes eigenes Konzert.

07.08.2012
  • Michael Sturm

Gomaringen. Es hätte irgendwo in Südeuropa sein können: Die den Gomaringer Schlosshof umgebenden Mauern gaben abends noch jene Wärme ab, die sie im Lauf des Samstags gespeichert hatten. Gut 70 Zuhörer saßen an kleinen Tischchen und lauschten der Serenade von einheimischen Musikern.

Die Barn Blenders sind (fast) alle Gomaringer, die ihre Instrumente im hiesigen Musikverein lernten. Dessen Kapellen proben in der alten Scheune des Schlosses. Sie stand auch den Barn Blenders zur Verfügung, deshalb benannten sie sich gleich danach: Barn ist das englische Wort für Scheune. Blend bezeichnet eine Mischung, üblicherweise für Genussmittel – und darunter fällt ja auch Musik.

„Wir wollten kein Humba Täterä machen“, erklärt Matthias Löffler (Trompete und Flügelhorn), der die Barn Blenders zusammen mit Pianist Christoph Dieter ins Leben rief. Soul sollte es sein, vielleicht ein bisschen Disco. Ein stilistischer Rückgriff auf die 70er-Jahre: Eine reine Rhythmussektion mit Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre und Piano, die sich ganz in den Dienst von funky Bläsern und einer seelenvollen Stimme stellen sollte.

„Nach einer Probe mit einer Formation des Musikvereins haben wir uns zusammen gesetzt“, erzählt Löffler. Achim Blech (Schlagzeug), Birgit Föll (Bass) und Manuel Walker (Gitarre) ergänzen die Rhythmusabteilung. Dazu gehören auch drei weitere Bläser: Bernd Föll, der Vorsitzende des MV Gomaringen (Trompete/Flügelhorn), Anton Schreiner (Posaune) und Sandra Drescher (Tenorsaxofon und Querflöte). Im Frühjahr 2011 probten sie erstmals in dieser Besetzung.

Löffler erinnert sich: „Wir wollten bis zum Sommer auftreten.“ Das scheiterte einmal, weil Schlagzeuger Blech nicht konnte und ein zweites Mal am andauernden Regen in der vermeintlich heißesten Zeit des vergangenen Jahres.

In diesem Frühjahr starteten sie durch, nachdem Elina Grohe dazu kam. Sie hatte vor zwei Jahren als Gesangsschülerin der beim Musikverein Gomaringen etablierten Sängerin Isabelle Bläubaum bei einem Konzert mitgesungen. Ihre berührende Stimme war der letzte Mosaikstein, der den Barn Blenders fehlte. „Ich habe zu Hause gern geträllert“, sagt die 20-Jährige, die 2010 bei „Jugend musiziert“ mitmachte und danach für ein Jahr nach Australien und Neuseeland ging. Die Combo meldete sich in dieser Zeit.

Sie meldete sich wiederum, als sie zurück war. „Sie kam perfekt vorbereitet zur ersten Probe“, sagt Posaunist Anton Schreiner, mit 60 Jahren der Älteste im Bunde. Er staunte, mit welcher Kompetenz Elina Grohe Lieder anging, die ihn in seiner Zeit als Teen und Twen begleiteten. Die Gönningerin gibt das Kompliment zurück: „Die Band hat eine tolle Liedauswahl“, sagt Elina Grohe, die vor allem jene Stücke interessant findet, die man von Männern gesungen kennt: Ihre Version von Joe Cockers „You Can Leave Your Hat on“ ist spektakulär. Sie sagt, es würde sie reizen, einmal etwas von Elvis Presley zu singen. Das müsse keine Ballade sein: „Gerne etwas Fetziges. Der hatte viele gute Sachen.“

Nach dem Auftritt bei der TAGBLATT-Gutenachtgeschichte zwei Tage zuvor am selben Ort spielten die Band Blenders am Samstag ihr erstes „richtiges“ Konzert. Schlagzeuger Blech konnte wieder nicht, engagierte jedoch seinen Studienkollegen Benedikt Hinger als Ersatz. Dabei zeigten die Musiker eine ungeahnte stilistische Bandbreite, von Surfmusik („Misirlou“) über Disco („Lady Marmalade“) bis zu fettem Funk („Sir Duke“). Höhepunkt war die ergreifende Zugabe „Back to Black“, passend begleitet von den Elf-Uhr-Schlägen der Gomaringer Kirchenglocken. Neue Auftritte zu buchen, fällt den Barn Blenders zur Zeit nicht leicht – sie müssen Termine finden, an denen alle Neun noch nichts vor haben.

Barn Blenders spielen erstes „richtiges“ Konzert
Premiere bei der TAGBLATT-Gutenachtgeschichte: Sängerin Elina Grohe (am Mikro) glänzt bei den Barn Blenders mit ihrer souligen Stimme.Bild: Franke

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07.08.2012, 12:00 Uhr

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