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Die Bundesliga fest im Visier

Baseball: Hawks setzen sich nicht entscheidend von Verfolger ab

Die Tübingen Hawks sind auf bestem Weg in Richtung Baseball-Bundesliga: Die Hawks gewannen im Spitzenduell gegen die Neuenburg Atomics eines von zwei Spielen und bleiben Spitzenreiter der zweiten Liga.

13.08.2012
  • Michael Sturm

Tübingen. „So ist Baseball“, sagte Wesley Blunt, Trainer der Tübingen Hawks, nach dem Spiel und lächelte dabei ganz entspannt: Da hatte sein Team Verfolger Neuenburg Atomics im ersten Spiel mit 17:2 deklassiert, fand jedoch in der zweiten Partie nie in den Tritt und verlor mit 3:4.

Während des ersten Spiels wie im Rausch

Vielleicht lag es daran, dass sich die Hawks noch immer in jenem Rausch befanden, der sie im ersten Spiel während des sechsten Innings erfasste: Bis dahin hatten sie gerade einmal 5:2 geführt. Doch nun spürten die Tübinger, dass der Gegner unsicher wurde – und sie nützten diese Schwäche gnadenlos aus: „Es war ein Massaker“, sagte Wesley Blunt nach der Partie lächelnd. Seine Spieler bauten so starken Druck auf, dass vor allem Janos Daroczi, der Atomics-Pitcher, verzweifelte: Am Schlag trafen die Habichte die meisten von Daroczi geworfenen Bälle.

Weil dessen Mannschaftskollegen im Feld viel Mühe damit hatten, Bälle zu fangen und die Tübinger Läufer zu eliminieren, zogen die Hawks unwiderstehlich davon. Zwölf Runs brachten genug Punkte für das vorzeitige Spielende nach dem siebten Inning. Dieses trat in Kraft, nachdem feststand, dass die Hawks mit deutlich mehr als zehn Punkten in Führung lagen. Der Endstand von 17:2 schien einen Klassenunterschied zwischen dem Tabellenführer aus Tübingen und seinem schärfsten Verfolger zu suggerieren.

Weit gefehlt: Die Neuenburger schafften es vor 60 Zuschauern, das erste Spiel komplett aus den Köpfen zu bekommen und wieder bei Null anzufangen. Vor allem Daroczi trumpfte auf: „Es war der selbe Pitcher im zweiten Spiel – aber wir haben seine Bälle einfach nicht getroffen“, gestand Blunt.

Im zweiten Inning zogen die Neuenburg Atomics mit 4:0 auf und davon. Der später ausgewechselte Hawks-Pitcher Derek Kujat warf in dieser Phase meist zu gerade und mittig. Den Hawks gelang es nicht, die gegnerische Verteidigung zu knacken. Es lag vor allem daran, dass sie nicht alle Bälle des Neuenburger Pitchers angingen. Trainer Blunt nahm seine Spieler in Schutz: Er wolle den Schiedsrichtern keinen Vorwurf machen. Aber er habe seinen Spielern beigebracht, nur Bälle anzugehen, die regelgerecht innerhalb der Schlagzone ankommen. Einige Bälle der Neuenburger seien aber außerhalb gewesen: „Wenn die Spieler das sehen und nicht durchziehen, trifft sie keine Schuld“, befand Blunt.

Die Bundesliga wird wohl aufgestockt

Allerdings übertrieben es die Tübinger auch teilweise: Pedro Medrano blieb oft zu passiv, wenn Bälle ihre Flugkurve änderten und von oben wie ein nasser Sack in die Schlagzone fielen. Diese Passivität durchzog das Spiel der Tübinger Baseballer bis zum siebten und letzten Inning: Endlich wies Blunt seine Spieler an, möglichst jeden Ball zu schlagen, der in etwa in Richtung Schlagzone kam. Ein Base Hit von Benjamin Burkhart brachten ihn selbst und den vor ihm gestarteten Deontate Hann auf die zweite, beziehungsweise dritte Base. Der starke Michael Coats sorgte dafür, dass beide durchkamen und setzte einen dritten Punkt obendrauf.

Das Aufbäumen der Tübinger kam letztlich zu spät. Trainer Blunt blieb dennoch gelassen. Sein Team führt zwar mit einem Sieg Vorsprung, aber es zählt der Direktvergleich – und da steht es 3:1 für die Hawks, die beide Spiele in Neuenburg gewannen. Dennoch vermutet der Tübinger Coach: „Es steigen möglicherweise beide Teams auf.“ Momentan setzt sich die Baseball-Bundesliga aus sieben Teams zusammen. Laut Blunt bestehen allerdings Pläne, die Liga auf acht Mannschaften aufzustocken.

Baseball: Hawks setzen sich nicht entscheidend von Verfolger ab
Die Tübinger Hawks beherrschten ihren Gegner Neuenburg Atomics beim 17:2 im ersten Spiel über alle Maßen: Cody Hohl (rechts) schlägt hier einen Ball in Richtung Halleluja. Neuenburg gewann allerdings das zweite Spiel mit 4:3. Bild: Franke

Auf sportlicher Ebene sind die Tübingen Hawks reif für die Baseball-Bundesliga, auch wenn der Verein im Fall des Falles personell aufrüsten müsste. Das Problem der Tübinger Baseballer ist ihr Platz: „Wir brauchen ein neues Infield. Ich hoffe, wir bekommen es für nächstes Jahr“, sagt Trainer Wesley Blunt. Die Anforderungen der Baseball-Bundesliga schreiben einen größeren Abstand zwischen den Sportlern und ihren Fans vor, außerdem bräuchten die Hawks eine Anzeigentafel. Doch was würden die Neuanschaffungen nutzen, wenn die Hawks ihren Platz komplett verlieren würden? Das wäre der Fall, wenn der Schindhaubasistunnel als Umgehung der Tübinger Südstadt gebaut würde – die Trasse würde quer über das Hawks-Gelände, den ehemaligen Franzosen-Sportplatz laufen. „Die Stadt hat uns bisher noch gar nichts mitgeteilt“, ärgert sich Blunt, der verspricht: „Wenn wir für die Bundesliga einen neuen Platz bekommen, fordern wir nichts mehr.“ Der Tübinger Trainer hat ehrgeizige Pläne: In der Bundesliga will er die Play-Off-Spiele der besten vier Teams erreichen. Doch die Qualifikation für die Liga wäre wenig wert, wenn die Hawks keinen Platz mehr haben sollten.

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13.08.2012, 12:00 Uhr

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