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Zu früh gefreut im Krimi ohne Happyend

Basketball: Tübingen holt 20 Punkte Rückstand auf und muss sich doch geschlagen gegeben

Entwickeln die Walter Tigers Tübingen einen Heimkomplex? Nach zuvor zwei Auswärtssiegen verlor der Basketball-Bundesligist gestern gegen den MBC mit 75:76 (32:49) das fünfte Heimspiel in Folge. Vor 3000 Zuschauern holten die Tigers 20 Punkte Rückstand auf, feierten 1,5 Sekunden vor Schluss den Treffer zum 75:74 – und gaben den Sieg doch noch aus der Hand.

04.04.2016
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Das Drehbuch schien perfekt: Die Tigers kämpften sich gestern nach einem aussichtslos scheinenden 20-Punkte-Rückstand wieder zurück gegen den MBC, führten durch Nick Russells Dreier zum 69:67 erstmals seit dem ersten Viertel wieder und schienen dem Befreiungsschlag im Abstiegskampf ganz nahe. Der MBC blieb aber dran und hatte auch auf die vielumjubelten Buford-Treffer zum 73:71 und 75:74 noch eine Antwort. Als der Block von Toarlyn Fitzpatrick gegen TaShawn Thomas in der Schluss-Sekunde als irregulär gewertet wurde, hatte Tübingen die Parte verloren. Doch der eigentliche Knackpunkt war das zweite Viertel: Zehn grauenvolle Minuten zeigten die Walter Tigers im zweiten Durchgang. Mit 12:33 kamen die Tübinger in diesem Viertel unter die Räder, aus dem 20:16 wurde so ein 32:49-Rückstand. „Wir sind zu Hause anscheinend verkrampft, ich weiß nicht warum – wir haben leichte Korbleger verfehlt, das ist unerklärlich“, sagte Tigers-Trainer Tyron McCoy. „Wir haben heute wieder zwei Gesichter gezeigt“, meinte Routinier Aleksandar Nadjfeji.

Im dritten Viertel musste also schleunigst die große Aufholjagd her, wenn das noch was werden sollte mit dem Heimsieg gegen den Vorletzten. Buford mit Steal und Dunk riss die Fans von den Sitzen, doch den nächsten Schnellangriff spielten die Tigers prompt zu hektisch. Tübingen reboundete jetzt stärker, kam zu zweiten Chancen -– doch die Würfe fielen einfach nicht. Dafür auf der anderen Seite: Dreier Hatten, Dunk Thomas, beim 34:54 nahm McCoy die Auszeit.

20 Punkte Rückstand, jetzt musste sogar ein mittleres Wunder her. Russell, Agva und Buford mit dem Dunk zum 40:54 ließen den Puls von MBC-Coach Krunic in die Höhe schnellen, er bat ebenfalls zur Auszeit. Das Pulver des MBC war offenbar nass geworden, die Dreier fielen jetzt nicht mehr. Erneut Agva mit zwei Tip-Ins zum 44:54 brachte Stimmung in die Hütte, doch Jordan verfehlte den freien Dreier, aus dem Assist-König wird wohl kein Werfer mehr. Dafür verkürzte Green auf 46:54, den Tübinger 12:0-Lauf beendeten aber Otule und Hatten zum 46:58. Tübingen hatte den letzten Angriff im dritten Durchgang, Sanders traf zum 48:58 und legte im vierten Viertel gleich nach zum 50:58.

Russell legte noch einen drauf, 52:58. Southerland allerdings konterte per Dreier zum 52:61, Hatten gar aus zehn Metern zum 52:64. Aber auch Bogdan Radosavljevic kann es aus der Distanz: Dreier durch den Center zum 57:66. Green war jetzt auch auf den Geschmack gekomen, traf zwei Dreier zum 63:66. Massenat war zwar erfolgreich, bekam aber Schrittfehler gepfiffen. Und Hatten warf gar einen Airball. Bufords Dreier saß dagegen, 66:66, fünf MInuten noch, die Halle tobte. Doch Bufords Floater sprang wieder aus dem Ring, kurz darauf sorgte Russell mit dem Dreier zum 69:67 aber für die Führung. Es sollte trotzdem nicht sein, weil der MBC nach zuvor vier Siegen aus fünf Spielen selbstbewusst auftrat. „Wir haben solche Heartbreaker auch schon verloren“, sagte Thomas. „Wir sind glücklich“, drückte es sein Coach Krunic aus.

Ein kleiner, klitzekleiner, am Ende aber womöglich entscheidender Trost für Tübingen: Die Tigers haben den direkten Vergleich gegen den MBC für sich entschieden, stehen nach dem 83:76 im Hinspiel am Saisonende bei Punktgleichheit mit Weißenfels vor dem Konkurrenten.

Mihailovic fehlt mit Grippe, Göttingen gewinnt

Wie im Hinspiel gegen den MBC fehlte den Tigers gestern Vladimir Mihailovic. Den Montenegriner setzte eine Grippe außer Gefecht, Mihailovic verfolgte die Partie aber in Zivil und hofft auf ein schnelles Comeback.

Das Ergebnis aus Bremerhaven sorgte weder beim MBC noch bei den Tigers für Begeisterung: Göttingen holte einen 19-Punkte-Rückstand noch auf, gewann 90:81 und bleibt damit gleichauf mit dem MBC und in Schlagdistanz zu Tübingen. Immerhin verlor der Tabellenletzte Crailsheim auch seine 14. Begegnung hintereinander, nach dem 70:81 der Hohenloher gegen Würzburg scheint Crailsheim nun wirklich nicht mehr zu retten.

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04.04.2016, 01:00 Uhr

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