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Orange feiert, schwarz-gelb trauert

Basketball: Wieder feiern die Ulmer den Derbysieg

Das Warten auf einen Sieg gegen den großen Nachbarn aus Ulm geht weiter: Nach starkem Start verloren die Basketballer der Walter Tigers gestern im Bundesliga-Derby mit 83:92 (40:44) – und stehen am Freitag gegen Crailsheim mächtig unter Druck.

09.11.2014
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Zehn Minuten lang spielten die Walter Tigers so, wie es sich Igor Perovic vorstellt. „Wie im ersten Viertel müssen wir über 40 Minuten spielen“, sagte der Coach. 22:16 führte Tübingen nach dem ersten Abschnitt, der Sanges-Wettstreit der schwarz-gelben Tübinger Fans mit der ganz in orange gewandeten Ulmer Anhängerschaft sorgte für Gänsehaut-Atmosphäre in der Paul-Horn-Arena. Doch die Tübinger konnten das Tempo nicht halten, mit den Einwechslungen verlor das Team offensiv den Rhythmus.

Basketball: Wieder feiern die Ulmer den Derbysieg

Zur großen Pause (40:44) war Ulm trotzdem noch in Reichweite, im dritten Viertel ließ Tübingen allerdings auch in der Verteidigung nach. Mit 26:16 ging der dritte Abschnitt verloren, beim 56:70 brauchten die Tigers ein kleines Wunder. Das blieb trotz einer starken Tübinger Zonenpress-Verteidigung aus, weil ausgerechnet die Ulmer Langen Boris Savovic und Tim Ohlbrecht ungeahnte Dreier-Qualitäten zeigten. Ohlbrechts Distanztreffer zum 69:86 beendete das letzte Aufbäumen der Tübinger, statt schwarz-gelb feierte wieder mal orange.

„Wir konnten sie im dritten Viertel nicht mehr verteidigen und haben viel zu viele Punkte zugelassen“, sagte Spielmacher Branislav Ratkovica, „mit 83 erzielten Punkten sollte man zu Hause nicht verlieren.“ Tigers-Trainer Perovic bemängelte die Vielzahl der Ballverluste, allein durch Schrittfehler verschenkte sein Team vier Mal das Angriffsrecht. „Trotzdem war für mich das zweite Viertel entscheidend, da haben unsere Probleme begonnen.“

Basketball: Wieder feiern die Ulmer den Derbysieg

Bitter: Ausgerechnet zum Derby hatten die Ulmer zum ersten Mal in dieser Saison fast den kompletten Kader zur Verfügung. Nur Nachwuchscenter Jonathan Maier (Bindehaut-OP) fehlte, dafür ist Spielmacher Per Günther nach langer Verletzungspause mittlerweile in gewohnter Form, zudem kehrten gestern der slowenische WM-Teilnehmer Jaka Klobucar und der serbische Routinier Boris Savovic zurück. „Sie haben uns Energie und defensive Härte gebracht“, sagte Ulms Trainer Thorsten Leibenath. „Der entscheidende Schritt ist uns heute im dritten Viertel gelungen, damit bin ich nahezu restlos zufrieden – ansonsten hat man gesehen, dass wir noch verunsichert sind.“

Beinahe hätten sich die Tübinger noch durch die Hintertür zurückgekämpft, doch beim Stand von 62:72 sprang ein Cuffee-Dreier wieder aus dem Ring – prompt gelang Ulm ein 9:0-Run. „Zum Glück war unser Vorsprung groß genug“, atmete Leibenath auf.

Basketball: Wieder feiern die Ulmer den Derbysieg

So durfte der Ulmer Coach erneut seinen Kollegen Perovic trösten – diese Rolle kennt Leibenath mittlerweile, da Tübingen seit drei Jahren nicht mehr gegen Ulm gewonnen hat. „Ich werde auch weiterhin ein Fan von Igors Mannschaft sein, und die werden auch bald erfolgreich sein“, sagte Leibenath. Allzu lange warten sollten die Tigers nicht mehr mit dem Beginn ihrer Erfolgsserie: Am Freitag kommt Crailsheim in die Paul-Horn-Arena. Spätestens bei einer Niederlage gegen den Aufsteiger ist der Abstiegskampf eröffnet. „Wir müssen jetzt mental stark sein“, sagte Perovic. Mit der Derby-Niederlage haben sich seine Tigers gestern selbst die Last des Gewinnen-Müssens aufgeladen.

Ob der Schnäuzer die Gegenspieler verwirrte? Im ungewohnten Outfit avancierte Ulms Nationalspieler Tim Ohlbrecht zum Matchwinner – der Center trug einen Oberlippenbart zur Schau und war prompt sogar von der Dreierlinie erfolgreich. Der Schnurrbart ist kein Zufall: Ohlbrecht ist ein „Mo-Bro“, lässt sich im November („Movember“) einen Schnurrbart („Moustache“) wachsen. Mit dieser Aktion wollen die Beteiligten auf die Männer-Gesundheit aufmerksam machen – wobei Ohlbrecht keine tieferen Ziele für die Eman(n)zipation verfolgt: „Das ist halt eine Spaß-Aktion, aber ich ziehe das jetzt auch durch“, sagte der 26-Jährige.

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09.11.2014, 12:00 Uhr

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