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Spar-Diskussion

Basta-Mentalität

Auf dem Weg zum Sparhaushalt geht die Stadt an die Kultur-Zuschüsse („Streichkonzert mit Misstönen“ , 21. August, und weitere Spar-Etat-Artikel).

22.09.2010

Dass unser grüner Oberbürgermeister wenig von Kulturpolitik versteht, kann jeder Tübinger Bürger an seinen Kürzungsvorschlägen als oberster Kulturverwalter sehen. Wenn Regel- und Kulturtopf Zuschüsse, wie vorgeschlagen, von 547 061,96 Euro im schlimmsten Fall um 22 Prozent oder anders ausgedrückt 123 677,96 Euro gekürzt würden, hätte dies für das kulturelle Leben Tübingens katastrophale Auswirkungen. Im Gegensatz zu anderen Städten vergleichbarer Größe und einem Gesamtetat von circa 6 Millionen Euro ist die kommunale Kultur in Tübingen bereits seit Jahren unterfinanziert.

Es besteht die Gefahr, dass unsere Alltagskultur weiter verarmt, weil wir das Engagement vieler Kulturschaffender, die nicht mehr ausreichend finanziert werden, auf immer verlieren. Es ist schon sonderbar, mit welcher Basta-Mentalität im Bereich Kultur gespart werden soll, während Tübingen in vorauseilendem Gehorsam, die Kinderbetreuung von unter Dreijährigen vor dem entscheidenden Rechtsanspruch, der erst im Jahre 2013 eingeklagt werden kann, massiv fördert.

Auch erscheint es mir nicht nachvollziehbar, dass ein mehrere Millionen Euro teurer Schulerweiterungsbau am Uhland-Gymnasium geplant wird, obwohl bekannt ist, dass die Schülerzahlen in den nächsten Jahren sinken und ein vor nicht ganz fünf Jahren errichteter Anbau abgerissen werden soll. Da stellt sich für mich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Statt Blaubeeren-Eis auf Kosten des Gemeinwohls zu verteilen und zu hoffen, damit etwas für den Erhalt unseres blauen Planeten geleistet zu haben, sollte Herr Palmer auf den Boden Tübinger Kulturrealitäten zurückkehren und sich eingestehen: Kürzungen im Kulturetat sind der falsche Sparansatz.

Christoph Hoelscher, Tübingen

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22.09.2010, 12:00 Uhr

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