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Störfeuer für die Mediation

Baubürgermeisterin Ulrike Hotz äußert sich zu neuen Vorwürfen gegen ihren Amtsstil

Als schädlich für den in diesem Jahr begonnenen Personalentwicklungsprozess im Reutlinger Rathaus wertet Reutlingens Baubürgermeisterin Ulrike Hotz erneute Vorwürfe gegen ihre Amtsführung.

06.09.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Karin Meyer, zuletzt Leiterin des Verkehrsmanagements beim Amt für Straßen, Umwelt und Verkehr, hat im Mai nach 22 Jahren in der Verkehrsplanung gekündigt und tritt am 1. November eine neue Stelle im Tübinger Rathaus an – als Verkehrsplanerin. Zuvor hat sie allerdings in einem Interview mit dem „Reutlinger General-Anzeiger“ heftige Vorwürfe gegen Hotz erhoben.

Meyer sagt, sie habe gekündigt, weil ihr die Baubürgermeisterin alle größeren Projekte wie Verkehrsentwicklungsplanung oder die Stadtbahn genommen habe. Hotz sagt dazu dem TAGBLATT: Im Sommer 2011 habe es eine Organisationsverfügung gegeben, dass die Verkehrsentwicklungsplanung als konzeptionelles Gebiet zum Amt für Stadtentwicklung und Vermessung wechsle. Die zuständigen Stellen hätten mit Karin Meyer darüber gesprochen, sagt Hotz – „aber mein Angebot zu einem persönlichen Gespräch hat sie abgelehnt.“ Trotz Kündigung sei Meyer beim Personalentwicklungsplan weiterhin involviert gewesen. Meyer selbst ist derzeit nicht zu sprechen, da sie im Urlaub ist.

Zu den Vorwürfen, kritische Diskussionen seien im Baudezernat unerwünscht und Hotz habe keinen teamorientierten und kollegialen Führungsstil, erklärt die Bürgermeisterin: „Wir arbeiten sehr eng im Team, sonst würden wir keine Stadthalle bauen. Bei dem Termindruck, dem wir ausgesetzt sind, kann man sich allerdings zwei Monate vorher keine Grundsatzdiskussion leisten.“

Die neuen Anschuldigungen hätten sie aus heiterem Himmel getroffen, sagt Hotz: „Es ist aber schade, dass jemand, der sich nicht mehr einbringt, den Personalentwicklungsprozess stört. Ich bin der Meinung, dass die Aufarbeitung sehr gut läuft und dass sich bei der Organisation einiges spürbar verbessert. Dieses Störfeuer tut nicht gut!“ Zu Meyers Vorwürfen wolle sie nicht mehr sagen, „ihre Sichtweise bleibt ihr unbenommen“, erklärt Hotz. Allerdings verweist sie auch darauf, dass es Menschen gebe, die mit Veränderungen im Beruf leichter umgehen könnten als andere.

Wenn sie danach gefragt wird, wie es komme, dass die Vorwürfe nicht verstummten und außerdem der Mediationsprozess von einigen unter der Hand sogar als Farce bezeichnet werde, zuckt die Baubürgermeisterin resigniert mit den Schultern. „Das ist vielleicht die Sichtweise von einzelnen, was aber immer anonym geäußert wird. Die Tür steht offen, jeder kann sagen, was ihm nicht passt oder was besser gemacht werden soll – mehr kann ich nicht machen“, betont Hotz. „Es gibt genügend Möglichkeiten, mich zu erreichen.“

Sie könne sich auch dafür entschuldigen, wenn ihr Ton zu barsch sei – sie müsse aber erst einmal davon wissen. Als Frau vom Bau habe sie öfter mal den direkten Ton zu wählen. Kritik könne auch in den anonymen Interviews im Zuge des Personalentwicklungsprozesses geäußert werden.

Lesen Sie dazu auch "Mit Engelszungen" in der Donnerstagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts.

Ulrike Hotz, 54, ist seit 2000 Baubürgermeisterin und seit 2005 Erste Bürgermeisterin der Stadt Reutlingen. Ihre Amtszeit als Erste Bürgermeisterin, welche den Turnus der Baubürgermeisterin verlängert hat, endet im nächsten Jahr. „Ich trete zur Wiederwahl an“, sagte Hotz gestern dem TAGBLATT. „Wir sind bei der Stadtentwicklung gut unterwegs und machen mit einer hoch motivierten Mannschaft gute Arbeit für die Stadt.“ Die Entscheidung müsse der Gemeinderat treffen. Die Frage, ob die Vorwürfe wegen ihres Führungsstils ihre Chancen auf eine Wiederwahl beinträchtigen, könne sie nicht beantworten.

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06.09.2012, 12:00 Uhr

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