Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bayern blasen zur Biberjagd
Wie das hier präsentierte Gulasch würde Jürgen Füssl auch Biberfleisch anrichten. Foto: dpa
Tiere

Bayern blasen zur Biberjagd

Die Nager haben sich so vermehrt, dass sie in Ausnahmefällen geschossen und gegessen werden dürfen.

15.04.2017
  • DPA

München. Mönche verzehrten ihn vor Jahrhunderten als Fastenspeise. Denn der Biber hat einen schuppigen Schwanz, lebt im Wasser - und ging somit praktisch als Fischgericht durch. Jetzt erlebt die Kost der Ordensleute eine Renaissance. Biberbraten mit Knödel, Biber gedämpft, als Ragout oder Sahnegeschnetzeltes - im Internet werden Rezepte ausgetauscht.

Biber haben sich stark vermehrt: Allein in Bayern leben rund 20 000 der streng geschützten Tiere - und richten mit ihren Baumfällkünsten teils hohe Schäden an. Weit mehr als tausend Biber müssen Jäger deshalb alljährlich schießen oder fangen und dürfen das Fleisch essen. „Wenn man ein Tier tötet, soll man es nicht in die Tierkörperbeseitigung werfen“, sagt Thomas Schreder vom Bayerischen Jagdverband.

Ob Biberrücken, Tatzen oder gar der entschuppte Schweif ein Leckerbissen ist, darüber scheiden sich die Geister. „Die Mönche waren nie Kostverächter“, sagt Schreder. Als Fischgericht geht Biber geschmacklich aber auf keinen Fall durch.

Er schmecke wie Wild, etwa wie Reh, sagt der Jäger und Gastwirt Jürgen Füssl aus dem oberpfälzischen Altenstadt an der Waldnaab. Er verzehrt die in Absprache mit den Behörden getöteten Biber gemeinsam mit Freunden. „Die meisten Jäger essen sie, es wäre schade darum - das ist ja Biofleisch“, sagt Füssl. Die Rezepte funktionierten wie bei anderem Fleisch, etwa „so wie ein Rinderbraten“: „Man brät das Fleisch an, macht eine Soße und schmort es.“ Einmal habe er probehalber den Schwanz paniert. „Das hat mir gar nicht geschmeckt.“

Anfang des vergangenen Jahrhunderts war der wegen seines Fells und seines Fleisches begehrte Biber in Deutschland weitgehend ausgerottet. Er wurde unter strengen Schutz gestellt - und erfolgreich wieder eingebürgert. „Wir haben mit den Bibern in Bayern eine Erfolgsgeschichte erleben dürfen“, sagt Schreder. Zu erfolgreich vielleicht - Bayerns Bauern sprechen von einer Biberplage. Die Tiere fressen sich durch Maisfelder, fällen Bäume und bauen Dämme. Immer wieder brechen Traktoren ein, weil Wege unterhöhlt sind. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

15.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball