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Bayern finden ihren Meister
Andrej Kramaric (links), Hoffenheims Torschütze zum 1:0 , entwischt Renato Sanches, dem Mittelfeldspieler des FC Bayern. Foto: dpa
Spitzenspiel

Bayern finden ihren Meister

1:0 gegen München: 1899 Hoffenheim hat erstmals den übermächtigen Rekordmeister in der Bundesliga bezwungen. Nun ist die Champions League greifbar nahe.

05.04.2017
  • SID

Sinsheim. Mit gesenkten Köpfen verließen Ersatz-Kapitän Arjen Robben und Co. den Rasen, unterdessen feierte Trainer Julian Nagelsmann ausgelassen mit seinen Spielern und den 1899-Fans den historischen ersten Sieg der TSG Hoffenheim gegen Bayern München. Ohne den ganz großen Siegeswillen hatte Rekordmeister FC Bayern zuvor sein letztes Spiel vor den Wochen der Wahrheit im Kraichgau mit 0:1 (0:1) verloren und so den Gastgebern die Tür zur Champions League weit geöffnet.

"Die Bayern zu besiegen, klingt sehr gut. Der Klub hat lange darauf gewartet. Wir hätten das Spiel früher entscheiden können, aber es war ein sehr gutes Spiel von uns", sagte Nagelsmann. „Wir wollen den Weg noch weitergehen. Wir schauen auf uns." 1899-Mehrheitseigner Dietmar Hopp erklärte freudestrahlend kurz nach dem Abpfiff: "Ein Unentschieden hätte mich schon glücklich gemacht. Der Sieg ist für mich unfassbar. Das war ein ganz großer Schritt Richtung Europa."

"Das darf uns natürlich nicht passieren", sagte Robben: „In der zweiten Halbzeit war es viel besser, aber der Ball geht nicht rein heute. Der Vorsprung ist immer noch groß, aber das war unnötig." Für die Bayern war es die erste Niederlage in der Liga seit 136 Tagen, das Polster des Tabellenführers auf die Verfolger ist dennoch weiter beruhigend.

Andrej Kramaric (21.) hatte zuvor für die Kraichgauer getroffen und damit auch den 100. Bundesliga-Sieg der Kraichgauer perfekt gemacht. Zudem blieb Hoffenheim in dieser Saison zu Hause weiter ungeschlagen (14 Spiele – Klubrekord). Für den FCB, der es am kommenden Samstag mit Borussia Dortmund und vier Tage später im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals mit Real Madrid zu tun bekommt, traf Top-Torjäger Robert Lewandowski (45.) nur die Latte.

Dass die Münchner im Kraichgau ein Duell auf Augenhöhe erwarten würde, hatte sich im Vorfeld angedeutet. Zum einen untermauerte die TSG zuletzt ihre Champions-League-Ambitionen und bestach auch am Dienstag vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Arena durch attraktives Offensivspiel. Auf der anderen Seite krempelte Bayern-Coach Carlo Ancelotti sein Team kräftig um. Im Vergleich zum 6:0 gegen den FC Augsburg veränderte der Italiener seine Startelf auf sieben Positionen – unter anderem wurden Kapitän Philipp Lahm sowie Thiago geschont, Weltmeister Thomas Müller fehlte verletzt.

Immer wieder unterliefen den Gästen im Spielaufbau ungewohnte Abspielfehler. Als die Gäste besser ins Spiel kamen, erzielte Kramaric nach einer Münchner Fehlerkette seinen elften Saisontreffer. Der Kroate zog nach einem zu kurzen Klärungsversuch von Mats Hummels entschlossen ab und profitierte von einer missglückten Faustabwehr des Torhüters Sven Ulreich.

Nach dem Seitenwechsel erinnerte das Spiel der Münchner dann an die Dominanz der vergangenen Wochen. Doch ein Tor sprang nicht heraus. In der dritten Minute der Nachspielzeit scheiterte Lewandowski am starken Baumann. sid

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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