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Land setzt auf zentrale IT-Strukturen

Beauftragter sieht erhebliches Sparpotenzial

Der Landesbeauftragte für Informationstechnologie, Stefan Krebs, zieht eine positive Zwischenbilanz. Der Großteil der Arbeit liegt aber noch vor ihm.

03.11.2015

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart Nach 100 Tagen im Amt kann der Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie (IT), Stefan Krebs, erste Erfolge vermelden. So spart die angestoßene Zentralisierung der Verwaltung von elektronischen Postfächern bei der von Krebs geleiteten Behörde "IT Baden-Württemberg" (BITBW) pro Jahr 750 000 Euro.

Das Beispiel verdeutlicht zugleich die Schwierigkeiten der angestrebten Vereinheitlichung der IT-Strukturen in der Landesverwaltung: Bislang lassen erst vier Ministerien ihre elektronischen Postfächer komplett von BITBW betreuen; die anderen setzen auf externe Dienstleister. Teils sind sie noch an Verträge gebunden, teils hegen sie aber auch Bedenken. Wie viele elektronische Postfächer es in der Landesverwaltung überhaupt gibt, ist noch nicht einmal erfasst.

Krebs räumte ein, dass noch viel Arbeit vor ihm liege. Die Fachleute in einzelnen Ressorts hingen an den gewachsenen und von ihnen erarbeiteten IT-Strukturen. Auf "Widerstand" sei er aber nicht gestoßen. Sein direkter Vorgesetzter, Innenminister Reinhold Gall (SPD), räumte aber ein, dass es vor der Schaffung der BITBW und eines IT-Beauftragten einige "harte Nüsse" zu knacken gab. Krebs sagte, in Einzelfällen müsse man vielleicht auch einmal die Strategie an "pragmatische Überlegungen" der Ressorts anpassen. Insgesamt, machte er deutlich, führe am Konzept der einheitlichen Strukturen aber kein Weg vorbei.

Bis 2022 will das Land die Zentralisierung seiner IT-Verwaltung abgeschlossen haben und so bis zu 40 Millionen Euro im Jahr einsparen. Vor allem landesweite Verträge über Software-Produkte sollen die Kosten drücken. Bisher hat fast jede Behörde für ihren Bereich eigene Verträge abgeschlossen und ihre eigenen Programme gepflegt. Das war vom Landesrechnungshof mehrfach harsch kritisiert worden.

Die neue Struktur soll indes nicht nur dem Landesetat zugute kommen. Die Bürger sollen einfache Verwaltungsangelegenheiten online erledigen können. Für die Beantragung eines Fischereischeins oder für Sondernutzungsrechte für den Bürgersteig müsse man nicht unbedingt aufs Rathaus, sage Krebs. Für einen neuen Reisepass werde man aber auch in Zukunft persönlich aufs Amt müssen.

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Erstellt:
3. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. November 2015, 12:00 Uhr

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