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Abzug des Löschfahrzeugs

Bebenhäuser Feuerwehr wurde aufgelöst

Lange bäumten sich die Bebenhäuser gegen die Auflösung ihrer örtlichen Feuerwehr. Doch letztlich fehlte es an genügend Einsatzkräften. Mit einem neuen Sicherheitskonzept sollen die alten Standards weiterhin gewahrt bleiben.

19.12.2014
  • Hans-Joachim Lang

Bebenhausen. Punkt 9.30 Uhr öffnete am Freitag Ortsvorsteher Hansjörg Kurz das Doppeltor im Erdgeschoss des Rathauses. Der Tübinger Feuerwehrkommandant Michael Oser war mit seinem Kollegen André Weiss erschienen, der das Löschfahrzeug langsam aus der Garage herausrollen ließ. Ein letztes Mal, fortan bleibt der Stellplatz leer.

Die Veränderung wurde erforderlich, da seit über einem Jahr Bebenhausen nicht mehr die erforderliche Mannschaftsstärke für ein Einsatzteam stellen konnte und eine Besserung auch nicht absehbar war. „Ohne Freiwillige auch keine Freiwillige Feuerwehr“, hatte der vorige Ortsvorsteher Wolfgang Wettach angemerkt und im Spätsommer den Schlussstrich unter dieses Kapitel gezogen. Am Ende waren gerade noch vier Mann einsatzbereit – zu wenig.

Hansjörg Kurz, etwas mehr als drei Monate neu im Amt des Ortsvorstehers, empfand den Abzug des Feuerwehrlöschfahrzeugs durchaus als bitteren Abschied. Damit ist die Auflösung der örtlichen Feuerwehrabteilung auch sichtbar besiegelt. Gleichwohl ist Kurz froh über die Lösung, die in Absprache von Ortschaftsrat, Verwaltung und Tübinger Wehr gefunden wurde.

Michael Oser war zu dem einschneidenden Akt mit nach Bebenhausen gekommen, wie er auch im Oktober in einer Sitzung des Ortschaftsrats präsent war, um besorgten Fragern Rede und Antwort zu stehen. Es ging um die Gewissheit, dass unter keinen Umständen, auch nicht im Katastrophenfall, die Sicherheitsstandards fortan geringer als zuvor würden.

„Wir bedauern, dass es nicht möglich war, für Bebenhausen eine eigene Einsatzabteilung zu halten“, bekräftigte Oser im Gespräch mit dem TAGBLATT. Für den Betrieb des Löschfahrzeugs sind sechs ausgebildete Feuerwehrleute erforderlich, die regelmäßig zur Verfügung stehen. Das Bebenhäuser Löschfahrzeug werde nun in Tübingen generalüberholt und danach in der Einsatzabteilung der Feuerwehr in Kilchberg eingesetzt.

Im Kern gelte wie schon bisher, versichert Oser, dass bei einer Alarmierung eine erste Löschgruppe nach maximal zehn Minuten an Ort und Stelle sei, eine weitere Löschgruppe nach weiteren fünf Minuten. Diese Festlegung habe sich bereits bisher bewährt, davon habe man sich auch schon bei zahlreichen Fehlalarmen im Bereich der historisch wertvollen Schloss- und Klostergebäude überzeugen können.

Konkret bedeutet es, dass bei einem Brand in Bebenhausen „die hauptamtliche Einsatzabteilung sowie die Einsatzabteilungen Lustnau und Stadtmitte ausrücken“. Um bei einem Feuer auch die Wasserversorgung gewährleisten zu können, wird zusätzlich die Einsatzabteilung Derendingen herbeigerufen.

Und was passiert, wenn im Katastrophenfall das Hochwassertor in Lustnau geschlossen wird? Osers Antwort: „Dann wird die Tübinger Feuerwehr sicherheitshalber ein Löschfahrzeug nach Bebenhausen entsenden.“ Es soll dort einsatzbereit mit Besatzung bereitstehen, sogar dann, wenn kein Notfall vorliegt.

Für Sentimentalität blieb nicht viel Zeit. Hansjörg Kurz schloss die beiden Torflügel und damit zugleich ein Kapitel Feuerwehrgeschichte.

Bebenhäuser Feuerwehr wurde aufgelöst
Abfahrt ohne Wiederkehr: André Weiss besteigt das Löschfahrzeug, das gestern aus Bebenhausen abgezogen wurde. Ortsvorsteher Hansjörg Kurz (Mitte) blickt ihm nach, begleitet vom Tübinger Feuerwehrkommandant Michael Oser. Bild: Lang

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19.12.2014, 12:00 Uhr

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